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Dreiundzwanzigstes Kapitel.
für die genaue Bestimmung der Entfernung zwischen Erde undSonne abgeben. Wenn die Sonne durch irgend ein Gestirn ver-dunkelt wird, so kann die Beobachtung dieses Vorganges viel ge-nauer als irgend ein anderes Mittel zur Abschätzung der Parall-axe dieses Gestirnes und der Sonne führen, und damit zu der Ent-fernung der Sonne selbst, und zwar mittels des Zeitunterschiedesder ganzen Dauer des Vorganges an verschiedenen Beobachtungs-stellen unserer Erde. Es muss dafür zunächst die bezügliche Parall-axe nicht zu beträchtlich sein, damit der eigne Einfluss der Sonnen-parallaxe nicht gleichsam in Bezug auf die des Gestirnes verlösche,dessen Entfernung von der Erde dann nicht genügend als Unter-lage für die genaue Bestimmung der Entfernung der Sonne dienenkönnte. Anderseits würde diese bezügliche Parallaxe nur schlechterkannt werden, wenn sie die Parallaxe der Sonne nicht erheblichüberschritte. Auch muss die Winkelbewegung des Gestirnes ge-nügend langsam geschehen, damit der Vorgang lauge genug währeund deren Unterschied sehr bemerkbar werde. Unter den dreibekannten Gestirnen, welche die Sonne verdunkeln können, werdender Mond und Merkur durch diese Gründe ausgeschlossen, so dassnur die Venus dafür übrig bleibt. Dieser Art ist also das vonHalley erdachte Verfahren, was später von mehreren Astronomenausgeführt worden ist.
Das Ganze dieser Erscheinungen führt zu einer philosophischenBemerkung über den Gegensatz, der sich zwischen dem positivenGeist und dem theologischen und metaphysischen in dem Maasseentwickelt hat, als die Geometrie des Himmels sich mehr und mehrvervollkommnet hat. Der Charakter aller theologischen Philo-sophie betrachtet alle Vorgänge als durch einen Willen geleitetund deshalb veränderlich und unregelmässig, wenigstens der Mög-lichkeit nach; dem entgegen betrachtet che positive Philosophie sieals festen Gesetzen unterworfen, vermöge deren sie genau voraus-gesehen werden können. Die Unverträglichkeit dieser beiden Auf-fassungen tritt nirgends stärker hervor, als bei den Vorgängen amHimmel, seitdem man diese mit der höchsten Genauigkeit vorher-sehen kann. Indem so jederzeit der Eintritt von Kometen undFinsternissen mit den kleinsten Nebenumständen lange Zeit vorderen Eintritt im voraus verkündet werden kann, wird selbst die