Vierundzwanzigates Kapitel.
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gestattet eine mathematische Prüfung, welche hierfür keinen Zweifelübrig lässt; denn wird die Bewegung des Mondes nach der Dy-namik berechnet, so ergiebt sich die Stärke, welche die Wirksam-keit der Erde auf ihn ausübt, d. h. die Stärke, mit welcher erstrebt, auf unsere Erde in einer gegebenen Zeit, z. B. in einerSekunde, zu fallen. Alsdann genügt es, diese Stärke in verkehrtemVerhältniss der Entfernung zu steigern, um zu wissen, wie sie wer-den würde, wenn der Mond sich ganz nahe bei der Erde befände,damit man ihn mit der Stärke der eigentlichen Schwere vergleichenkönne, von der wir wissen, dass sie für alle Körper, grosse und kleine,dieselbe ist. Aus dieser Vergleichung erhellt dann das völligeZusammenfallen beider Ergebnisse und der mathematische Beweisfür deren Gleichstellung. Diesen Weg schlug Newton ein; ichhabe ihn der Deutlichkeit wegen umgekehrt geboten; indess istdies unerheblich. '
Diese Gleichheit des Strebens des Mondes nach der Erde hinmit der Schwere zeigt, dass die Bewegung der Gestirne den ge-worfenen Körpern gleicht; nur mit dem Unterschied, dass unseregeworfenen Körper nicht weit und kräftig genug geschleudertwerden, als dass deren ungleiche Entfernung von dem Mittelpunktder Erde den Einfluss erkennen Hesse, den die Schwere im ver-kehrten Quadrat der Entfernung ausübt. Könnten sie ein wenighöher und stärker geworfen werden, so würden sie ohne Ende,wie kleine Gestirne, sich um die Erde drehen, abgesehen von demWiderstand unseres Luftkreises, welcher ja bei dem Monde nichtstatt hat.
Mit dem Zeitpunkt, wo der mechanische Begriff der Bewe-gungen am Himmel in dieser klareren Bedeutung gefunden wurde,erhielt auch der Begriff der Schwere eine ausserordenthche Ver-vollkommnung, denn das Gesetz für seine Veränderung war nunbekannt. Der Mensch hatte bis dahin die Schwere eines Körpersuls eine unveränderliche Eigenschaft genommen. Diesen anschei-nend so unzerstörbaren Charakter hat die Newton’sche Auffassungmit einem Schlage aufgehoben, indem sie zeigte, dass die Schwereeines Körpers eine durchaus relative ist.
Um diese Gleichheit zwischen Schwere und der beschleuni-genden Kraft der Gestirne kurz auszudrücken, hat man das glück-
Comte-Rig, positive Philosophie. 14