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Achtunilzwanzigstes Kapitel.
von einander sind. Audi das Voraussehen der Ereignisse am Himmelist in der Physik nur durch ein Voraussehen von kurzer Tragweiteersetzt, welches, um nicht unsicher zu werden, kaum die unmittel-bare Erfahrung aus dem Gesicht verlieren darf. Dagegen ist aufder anderen Seite der höhere Werth der Physik über die anderenWissenschaften unbestreitbar; dies gilt selbst für die Chemie undnoch mehr für die Biologie. Selbst die Bemerkung ist wichtig,dass das philosophische Studium der Physik auch als Erziehungs-mittel für den Geist einen besonderen Nutzen gewährt, und zwardurch die gründliche Kenntniss der Kunst, Versuche anzustellen.Die mathematische Wissenschaft lehrt die Bedingungen der Posi-tivität; die Astronomie zeigt die Eigentlnimlichkeit der Natur-studien; die Physik giebt die Lehre für die Versuche; die Chemiegewährt che Kunst der Namengebung, und zuletzt entschleiert dieWissenschaft von den organischen Körpern die Lehre von derKlassifizirung.
Zur Vollständigkeit meines Urtheils über che Philosophie derPhysik habe ich noch den Geist zu prüfen, welcher die Aufstellungund den Gebrauch der Hypothesen leiten muss, wenn sie als emnöthiges und unentbehrliches Hülfsmittel bei der Naturforschunggelten sollen. Ich werde mich dabei auf die astronomische Philo-sophie stützen. Die Aufgaben, welche die Hypothesen in derPhysik erfüllen, nöthigen mich, hier dieses Problem der positivenPhilosophie zu erörtern.
Lehre von den Hypothesen. — Es giebt nur zwei Mittel,um das Gesetz eines Vorganges aufzudecken, die unmittelbareZergliederung seiner Bewegung und seine Beziehung auf ein vor-her aufgerichtetes Gesetz; mit einem Wort, die Induktion und dieReduktion. Die eine und die andere wären unzureichend, wennman nicht mit einer vorläufigen Annahme begönne, d. h. eine Hy-pothese einführte. Ohne diesen glücklichen Umweg," wozu dasAnnäherungsverfahren der Geometer den Gedanken geboten hat,wäre die Entdeckung der Naturgesetze bei verwickelten Fällenunmöglich gewesen. Indess muss dieser Kunstgriff eine Bedingungerfüllen, ohne welche er die Entwickelung der Kenntnisse nurhemmen würde. Diese besteht darin, dass man immer nur solcheHypothesen aufstellen darf, w'elche eine positive Bewährung ge-