Band 
Erster Band.
Seite
250
JPEG-Download
 

250

Achfcundzwanzigstes Kapitel.

man die Vorgänge unabhängig von den sie offenbarenden Körpernbetrachtet und dass man den Eigenschaften einer jeden Substanzeine von derselben unabhängige Existenz beilegt. Was hilft es dann,dass man aus diesen personificirten Abstraktionen Seelen oder Fluidenmacht? Der Ursprung bleibt immer derselbe und gehört zur Er-forschung der inneren Natur der Dinge, welche überall die Kind-heit des menschlichen Geistes kennzeichnet und welche im Beginndie Vorstellungen von Göttern einflösste, die dann zu Seelen wurdenund schliesslich in eingebildete Fluida sich umgestalteten.

Diese Betrachtungen stehen in Uebereinstimmung mit den ge-schichtlichen Vorgängen; bis zum Entstehen jeder positiven Wissen-schaft hat der Verstand diese nothwendige Weise der Entwickelungdurchgehen müssen. Sie ist eine unumgängliche Vermittelungzwischen dem metaphysischen Zustand und dem positiven. Ohnediesen positivistischen Bastard hätte der menschliche Geist niemalsden metaphysischen Theorieen entsagen können, welche ihm denSchein gaben, als fasste er die innere Kenntniss der Wesen undder Aid, wie sie ihre Vorgänge hervorbringen.

Die Astronomie hat, ebenso wie die Physik, sich diesem Durch-gang nicht entziehen können; nur ist diese Stufe der Entwickelungbei ilir schon vor so langer Zeit erreicht worden, dass Niemandmehr darauf achtet. Studirt man indess den Gang des menschlichenGeistes im 17. Jahrhundert, so sieht man, wie sehr in jener Zeitdie Geometer und Astronomen von ähnlichen Hypothesen erfülltwaren. Dahin gehört der Gedanke des Descartes, wodurch er dieBewegungen am Himmel aus der Einwirkung eines erfundenenSystems von Wirbeln erklären will. Die Geschichte dieser Hypo-these ist ganz geeignet, die vorhegende Frage aufzuhellen, denn liierführt die Untersuchung zu einer abgeschlossenen philosophischenThätigkeit, wo man die Verkettung von drei Phasen verfolgenkann, nämlich die Erzeugung der Hypothese, ihren zeitlichen Ge-brauch und endlich ihre schliessliche Verwerfung, nachdem diewirkliche Vollendung ihrer Bestimmung sich vollzogen hatte.Diese berüchtigten Wirbel, welche jetzt von Physikern verspottetwerden, die noch fest an das Caloricum, an den Aether, an elek-trische Fluida glauben, waren ein kräftiger Anstoss für die Ent-wickelung einer gesunden Philosophie, indem sie den Ge-