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Dreiunddreissigstes Kapitel.
Verhältniss des Sinus des Einfalls- und Brechungs-Winkels desStrahles, welche beide in derselben Ebene hegen, mit der Senk-rechten auf der brechenden Fläche. Das feste Verhältniss dieserbeiden Sinus, wenn das Licht aus dem leeren Raum in irgend einMittel übergeht, bildet den wichtigsten optischen Coeffizientenjedes Körpers und gehört zu seinen wesentlichen physikalischenEigenschaften. Die Physiker haben darüber Tafeln aufgestellt,welche in Genauigkeit mit denen für die spezifische Schwere sichmessen können. Geht das Licht aus einem Mittel in das andereüber, so hängt das Verhältniss der Brechung von der Natur derbeiden Mittel ab; doch besteht für alle Fälle bei dem umgekehrtenDurchgang immer ein auf jenen sich beziehender Werth, wie die Er-fahrung gezeigt hat. Das Studium der einander folgenden Bre-chungen durch irgend eine Zahl von Mittel, welche von gleichenOberflächen begrenzt sind, hat zu dem Gesetz geführt, dass dieschliessliche Abweichung dieselbe ist, als wenn das Licht blossdurch die erste und letzte Substanz hindurchgegangen wäre. Des-halb enthalten die Tafeln der Brechungen bloss die Werthe für dieBrechung des Lichtes aus dem leeren Raum in die verschiedenenSubstanzen. Die blosse Division dieser Zahlen durch einander ge-nügt dann, um daraus die wirklichen Verhältnisse abzuleiten, welcheallen Vergleichungen zwischen zwei Körpern, die man vornehmenwill, zugehören.
So lange ein Körper keine chemische Veränderung erfahrt undnur seine Dichte sich ändert, verändert sich das Verhältnissseiner Brechung nur nach der Dichte. Deshalb haben die Phy-siker zur Gewinnung fester Kennzeichen für die eigentliche Bre-chung den Dichtigkeits-Quotienten vorgezogen, den sie die bre-chende Kraft nennen. Dieser Quotient scheint nicht unveränder-lich zu bleiben, wenn der Körper seinen Aggregatzustand wechselt.Die Veränderungen der brechenden Kraft sind so deutlich, dassdie Anhänger der Undulationslehre daraus einen ihrer Gründe gegendie Emissionslehre hätten entnehmen können, da diese die zahlen-mässige Festigkeit eines solchen Kennzeichens zu erfordernscheint; obgleich das diesen Hypothesen anhangende Unbestimmteohne Zweifel den Newtonianern gestattet hätte, ihren Lehrsatzdieser auf Versuchen beruhenden Modifikation anzupassen. Es ist