Dreiunddreissigstes Kapitel.
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zu fürchten, dass eine so peinliche Prüfung ebenso das Gesetz be-züglich der brechenden Kraft irgend einer Mischung umstösst, dasdarin besteht, dass das Produkt dieser Zahl mit dem Gewicht derMischung, oder das gleichwertige Produkt des Verhältnisses derBrechung mit ihrem Umfang, immer die Summe analoger Produkteist, welche allen integrirenden Theilen zugehören. Diese Beziehungwürde einen sehr wichtigen Lehrsatz ergeben, wenn man auf ihreWirklichkeit rechnen und sie auf alle Kombinationen ausdehnenkönnte, anstatt sie bloss auf Gas-Mischungen zu beschränken.
Das Gesetz der Brechung ist durch die Entdeckung Newtonsüber die ungleiche Brechbarkeit der elementaren Farben vervoll-ständigt worden. Es ergiebt sich aus der Zerlegung des Lichtsdurch ein Prisma, dass das Verhältnis des Sinus des Einfallswinkelszwar für jede Farbe ein beständiges ist, aber von einem Theile desSonnen-Spektrums zu dem andern sich ändert. Die ganze Zunahme,welche es erleidet, von den rothen Strahlen bis zu den violetten,bestimmt die jeder Substanz zugehörige Zerstreuung und ver-vollständigt die Bestimmung ihrer brechenden Kraft in den ge-bräuchlichen Tafeln, in welche man nur die mittlere Brechung ein-tragen kann. Vergleicht man so die Veränderungen der zerstreuen-den Kraft für verschiedene Körper, so hat sich ergeben, dass die-selben keineswegs proportional zu der brechenden Kraft derselbensind, wie Newton geglaubt hat. Dieser Mangel an Ueberein-stiiumung, welchen Dollond in der Mitte des vorigen Jahrhundertsentdeckte, bildet einen Hauptbegriff, weil daraus die Möglichkeitdes Achromatismus durch die Verbindung der entgegengesetztenWirkungen zweier verschiedenen Substanzen sich ergiebt.
Neben der Zurückwerfuug und Brechung kann das Licht nocheine andere wichtige Veränderung erleiden, deren Studium, vonGrimaldi und Newton begonnen, seit den Untersuchungen vonYouug und Fresnel einen der wesentlichen Theile der Optikbildet. Diese, unter dem Namen der Diffraktion bekannte Ver-änderung besteht in der Ablenkung, die immer von einer mehroder weniger grossen Zerstreuung begleitet ist, welche das Lichterleidet, wenn es sehr nahe bei den Enden irgend eines Körpersvorbei geht. Die Diffraktion offenbart sich durch die ungleichenund verschieden gefärbten, tlieils äusseren, theils inneren Ränder,