Band 
Erster Band.
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Sechsunddreissigstes Kapitel.

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der Darstellung noch lange nicht erfüllt sind. Ein solches Systembildet den kurz gefassten Inhalt der Philosophie der Chemie, undich glaube, dass ich hierüber meine Gedanken darzulegen habe.

Die Methode bedarf einer zwiefachen Verbesserung, und dieChemiker haben sie von der Wissenschaft der lebenden Körper zuentnehmen. Man muss sich hier zunächst eine gründliche Kennt-niss der Lehre von den natürlichen Klassifikationen erwerben unddann in derselben Schule den allgemeinen Geist der vergleichendenMethode studiren. Das sind die beiden Verbesserungen, welche diePhilosophie der Chemie aus der biologischen Philosophie zu schöpfenhat; die eine ist nöthig, um die Aufgabe der Klassifikation der Chemiedeutlich hinzustellen, die andere, um sie zu lösen.

Was zweitens die Lehre betrifft, so kann die Klassifikationder Chemie so lange nicht geschehen, als die Frage von demUebergewicht zwischen der Ordnung, in welcher die unmittelbarenPrinzipien zusammengestellt werden sollen, und von der Grösseihrer Anzahl nicht entschieden ist. Nun ist aber eine solche Auf-gabe noch nicht einmal gestellt worden; doch kann man sie alsgelöst voraussetzen, indem man den ersten Gesichtspunkt als denhöheren gegen den zweiten behandelt; indess scheinen mir zweispeziellere Bedingungen nöthig. Die erste muss die Unterscheidungzwischen organischer und unorganischer Chemie beseitigen; diezweite betrifft eine andere Verbesserung der chemischen Lehre,wonach sie alle Verbindungen dem Gesetz der Zweiheit, das alsPrinzip aufgestellt wird, zu unterwerfen hat. Doch ist diese Ver-besserung nicht so unerlässlich, wie die vorgehende; denn man mussdie Betrachtung über die Ordnung, nach welcher die unmittelbarenPrinzipien zusammenzustellen sind, als die höhere und vorherrschen deüber die ihres Grades der Vielheit annehmen; denn die erstere ist klarund unbestreitbar, während die andere immer mehr oder wenigerdunkel bleibt. Die eine hat es nur mit der einfachen Abschätzun geiner analytischen oder synthetischen Thatsache zu thun, währenddie andere immer einen hypothetischen Charakter zeigt, da mandabei die Anhaftung der elementaren Theilchen bezeichnen muss, diewir doch nicht erfassen können. So kann ein Chemiker wohl mitSicherheit aussprechen, dass dieses Salz eine Verbindung zweiter Ord-nung sei und dass diese Säure oder dieses Alkali zur ersten Ordnu ng