Band 
Erster Band.
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Achtunddreissigstes Kapitel.

ist, wirksamer als die Wärme, sowohl für die Lösungen, wie selbstfür die Verbindungen. Jedenfalls ist eine Ueberschätzung seinesEinflusses auf das System der Chemie nicht zu fürchten.

Ich will in diesem Kapitel darlegen, dass die Originalität derChemie aufrecht erhalten bleiben muss, ohne doch die Wichtigkeitihrer Beziehung zur Elektrizitätslehre zu schmälern. Ich habe zudem Behufe die Verwandtschaft der Gedanken zu untersuchen,welche zu der jetzigen elektro - chemischen Lehre geführt haben,wie Berzelius sie systematisch aufgestellt hat.

Die erste wichtige chemische Wirkung, welche durch dieVolta’sche Säule erlangt wurde, war die Zerlegung des Wassers,welche Nicholson 1801 erreichte. Diese Entdeckung bildet denAusgangspunkt für die elektro-chemischeu Untersuchungen. Dervon Grothuss ausgesprochene Gedanke für die Erklärung der Ni-cholson’schen Entdeckung aus der elektrischen Polarität der Mole-küle enthält den Keim der jetzigen Lehre.

In Folge der Kenntniss von der auflösenden Macht der Volta-schen Säule benutzten die Chemiker dieselbe zur Zerlegung vonSubstanzen, die den bis dahin bekannten Mitteln widerstandenhatten. Diese Versuche führten zur Entdeckung Davy’s für dieAuflösung der eigentlichen Alkalien und Erden, und die Lehre vonLavoisier Hess dies Ergebniss im Voraus erwarten, indem siefeststellte, dass jede salzige Base aus der Verbindung des Sauer-stoffs mit einem Metall hervor geht. Allerdings hatte Berthol-let’s Entdeckung von der Verbindung im Ammoniak in dieserBeziehung das Vertrauen der Chemiker etwas vermindert, indes»konnte diese Ausnahme doch nicht gegen das Ganze der Ana-logieen aufkommen. Mit der Beobachtung Nicholson’s hatte dieElektro-Chemie begonnen; die Entdeckung Davy’s bestimmte denallgemeinen Anstoss. Berzelius führte die Auflösung aller Salzedurch die Volta’sche Säule aus, und demnächst auch die meistenSauer- und Stickstoff-Verbindungen. Er theilte alle Substanzen inelektro-negative und positive ein; dies führte zur allgemeinen Un-terscheidung zwischen Säuren und Alkalien, welche schwer andersbegründet werden kann. Indess war trotz der Arbeiten von Ber-zelius noch eine letzte Bedingung zu erfüllen, wenn dieser Zweigder Chemie einen wissenschaftlichen Charakter erhalten sollte.