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Vierzigstes Kapitel.
als die Bestimmung aller Wissenschaft, gegenüber der blossenGelehrsamkeit, auf gestellt habe.
Um die Vernünftigkeit einer solchen Bestimmung zu recht-fertigen, ist es nicht erforderlich, dass dieses Ziel immer erreichtwerde. Es genügt, dass die Punkte der Lehre, in Bezug auf welchees erreicht werden kann, die vollkommensten Stücke der Wissen-schaft seien, und dies wird wohl Niemand bestreiten. Meine De-finition weicht von den gewöhnlichen ab; ich berücksichtige diebeliebte Unterscheidung zwischen Anatomie und Physiologie nicht.Und zwischen den beiden, vernünftiger Weise untrennbaren Ge-sichtern eines Problems eine Trennung aufrecht zu erhalten, da-für sehe ich keine hinreichenden Gründe, da dieselbe nur daherkommt, dass die Physiologie früher einen Tlieil der metaphysischenPhilosophie ausmachte.
Meine Definition umfasst auch die allgemeine Lehre von derUmgebung der Organismen und deren Einwirkung auf sie voneinem abstrakten Gesichtspunkt aus.
Um den Werth der philosophischen Bestimmung der Biologiezu erkennen, habe ich noch hinzuzufügen, dass diese dauernde Be-ziehung zwischen den Ideen der Organisation und den Ideen desLebens so viel als möglich nach den Gesetzen der unorgani-schen Welt aufgestellt und nur nach den besonderen Eigen-schaften der Gewebe der lebendigen Körper zweckmässig modifizirtwerden muss. In allen Fällen, wo sich in dem Organismus einwirklich mechanischer, physikalischer oder chemischer Akt vollzieht,wäre die Erklärung eines solchen Vorganges unvollständig, wennman dabei nicht an die Gesetze analoger Vorgänge anknüpfte, diesich liier bewahrheiten müssen, wenn auch im Uebrigen es schwierigist, ihre genaue Anwendung zu verwirklichen. Man darf diesesBestreben nicht übertreiben, denn eine grosse Zahl von Vorgängenim Leben hat in den unorganischen Vorgängen nichts Aehn-liches — die Biologie kann dann hier nur den fundamentalen Vor-gang erfassen, um an ihn die übrigen anzuknüpfen. In dieserHinsicht hat die Unterscheidung des Lebens in das organische unddas thierische eine grosse Wichtigkeit, denn prinzipiell sind alleAeusserungen des organischen Lebens wesentlich physikalische undchemische, was bei den Akten des thierischen Lebens nicht sein