Vierzigstes Kapitel.
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soweit als möglich damit jenes Identische in solchen einzelnenFällen als wirklich darlegen. Ist dieses wesentliche Identische sobestimmt, so kann es allmählich in umgekehrter Folge wieder mitden verschiedenen Attributen bekleidet werden, welche es anfäng-lich verdunkelten. Die Lehre von dem Aehnlichen, welcheheutzutage einige Naturalisten als etwas Neues geboten haben,bildet nur das Prinzip der vergleichenden Methode selbst.
Unter den wesentlichen bisher dargelegten Gesichtspunktensind die, welche allein einen so scharf bestimmten Charakter auf-zeigen, um sie hier zu prüfen, 1) die Vergleichung zwischen denverschiedenen Theilen eines Organismus, 2) die der verschiedenenPhasen einer Entwickelung und 3) vor Allem die Vergleichungder Organismen, welche die Grenzen in der Reihenfolge der leben-den Körper bilden. Die Abschätzung des philosophischen Werthesvon jeder dieser drei Arten zu vergleichen, dürfte nöthig sein.Die Methode glaubte sich in der ersten Art einführen zu müssen.Selbst bei der Beschränkung auf den Menschen war man von derAehnlichkeit überrascht, welche dessen verschiedene Theile, sowohlin dem Bau, wie in ihren Verrichtungen, trotz ihrer grossen Ver-schiedenheiten darbieten. Schon alle Gewebe, alle Vorrichtungen,soweit sie organisirt und lebend sind, zeigen in gleichartigerWeise jene Kennzeichen, welche selbst in den Ideen der Organi-sation und des Lebens bei den niedrigsten Geschöpfen sich vor-finden. Ausserdem wird die Aehnlichkeit der Organe mehr undmehr hervortretend, je mehr sie auch bei deren Verrichtungenstattfindet. Trotz der Ausdehnung, welche diese Methode erfordert,haben die Biologen doch der Anwendung dieser ursprünglichenWeise der vergleichenden Kunst nicht entsagt. So fand Bichat durch die blosse Betrachtung des erwachsenen Menschen die Aehn-lichkeit, welche zwischen dem schleimigen und häutigen Systembesteht. Ebenso ist es unzweifelhaft, dass die von Blainvilledargelegte Aehnlichkeit zwischen der Gehirnschale und den übrigenElementen der Rückenmarksäule, durch die einfache verständigeAnalyse des menschlichen Organismus angedeutet wurde.
Die zweite allgemeine Art der vergleichenden Kunst, welchedie Annäherung der verschiedenen Zustände erkennen lässt, welchejeder lebende Körper nach und nach durchlaufen muss, und zwar