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Vierzigstes Kapitel.
Umstünde zeigt, unter deren Einfluss er gebracht wird; was dannauch die Betrachtungen über Wärme und Klima mit befassenwürde. Allein deren volle Darstellung gehört zur Naturwissen-schaft; nur ihr Entwurf passt für die Biologie und bildet die Er-gänzung der direkten Beobachtung; denn die vergleichende Methodemuss immer von einer Veränderung des Organs und nicht von derder äusseren Umgebung ausgehen. Man könnte auch die Ver-gleichung der verschiedenen Temperamente hervorheben, allein sieist von geringer Wichtigkeit, und die menschliche Gattung bedarf derenbesonderer Hervorhebung nicht. In ihrem stärksten Einflüsse ge-hören sie zur Betrachtung der eigentlichen llacen, welche nachder verständigen Lehre von Blainville nur die Temperamente ander äussersten Grenze der normalen Veränderungen darstellen,deren der bezügliche Organismus fähig ist, und welche dadurchdauerhafter geworden sind, dass eine feste und sehr wirksameäussere Umgebung durch eine lange Leihe von Generationen aufeine anfänglich gleiche Art dabei ihren Einfluss geübt hat.
Für jede Weise des Verfahrens besteht die vergleichendeMethode darin, dass sie alle betrachteten Fälle in dem betreffen-den Punkte als ähnlich auffässt und deren Unterschiede nur alseinfache Modifikationen ansieht, welche in einem abstrakten Typusdurch das Ganze der Eigenthümlichkeiten bewirkt werden, diedem betreffenden Organismus oder Wesen zugehören. Die ge-ringeren Unterschiede sind dabei mit den erheblichen nach dengleichförmigen Gesetzen verknüpft, welche sowohl die statische,wie dynamische biologische Philosophie ausmachen. Handelt essich um eine anatomische Frage, so geht man von dem erwach-senen und normalen Menschen als Einheit aus und betrachtet alleanderen Organismen nur als allmähliche, in stufenweiser Reihe ab-steigende Vereinfachungen jenes vorangestellten Typus, dessenwesentliche Bestimmungen sich selbst in den enferntesten Artenfinden müssen, wo sie sich, von aller hinzukommenden Verwicke-lung befreit, darstellen. Ebenso sucht man bei einem physiologi-schen Problem vorzüglich den gleichmässigen Vorgang, welcherdie betreffende Thätigkeit kennzeichnet, unter allen den gradweisenModifikationen herauszufinden, welche die ganze Reihe der ver-glichenen Fälle aufzeigt, und zwar bis zu den einfachsten, welche