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Erster Band.
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391
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Vierzigstes Kapitel.

391

Die Astronomie kann endlich allein die Benutzung wissen-schaftlicher Hypothesen lehren. Die positive Biologie hat es nochnicht gewagt, einen erheblichen Gebrauch von diesem mächtigenlogischen Hülfsmittel zu machen, und dadurch ihren Fortschrittaufgehalten; und doch verlangt das Studium der lebenden Körperin Folge dessen grösserer Verwickelung mehr als jede andereWissenschaft die Benutzung eines solchen Hülfsmittels; dennin der Biologie handelt es sich immer darum, die Verrich-tung nach dem Organ oder das Organ nach dessen Verrichtungzu bestimmen, und man kann deshalb zur Beschleunigung der Ent-deckung getrost und unmittelbar die annehmbarste Hypothese überdie unbekannte Verrichtung eines gegebenen Organs, oder überdas verhüllte Organ einer gegebenen Verrichtung aufstellen. Wennauch die Hypothese nicht die richtige ist, so wird sie trotzdemdem Fortschritt der Wissenschaft dienen, weil sie die Untersuchungauf ein bestimmtes Ziel hinlenkt. Die einzige Bedingung für solcheHypothesen ist, dass sie eine Prüfung gestatten.

Ich finde unter diesen Studien der lebenden Körper nur eineinziges Beispiel für solche Hypothesen. Wir verdanken es einemMann von Genie.

Als Broussais den wesentlichen Fiebern, um sie zu lokalisiren,die schleimige Haut des Verdauungskanals als Sitz anwies, gab erdamit der pathologischen Wissenschaft einen glücklichen Anstoss.Die gewöhnliche Klasse der Aerzte vermochte eine solche philo-sophische Eigenschaft nicht zu schätzen und beschäftigte sich nurmit leeren Kritiken von Einzelheiten, allein die Geschichte wirdnichtsdestoweniger dieses erste Beispiel bewahren, wo die Kunstder Hypothesen in das Studium der lebenden Körper eingeführtworden ist.

Ich möchte in analoger Weise die Unterordnung der Biologieunter die mathematische Wissenschaft untersuchen. Zunächst istdie Richtigkeit des Tadels anzuerkennen, welchen mehrere Biologenund namentlich Bichat über alle Versuche, die mathematischenLehren auf physiologische Fragen anzuwenden, ausgesprochenhaben.

Mit dem Uebergang zu chemischen Aufgaben verträgt sich dieAnwendung der Mathematik nicht mehr, wegen der Verwickelung