Dreiundvierzigstes Kapitel. 425
unterscheiden, weil nur die dem Menschen am nächsten stehendenOrganismen deren genauere Erforschung gestatten.
Diese Untersuchung des Lebens muss im Sinne einer späterenWiederzusammensetzung aufgefasst werden, aus welcher die allge-meine Harmonie welche sie kennzeichnet, sich ergiebt.
Vor der unmittelbaren Untersuchung des pflanzlichen Lebenswerde ich die Lehre von dem organischen Mittel oder der Um-gebung darlegen.
Da der lebendige Zustand das Zusammenwirken einer Anzahläusserer und entsprechend gemässigter Thätigkeiten voraussetzt, sobildet die Untersuchung dieser Bedingungen für das Dasein leben-der Körper den Gegenstand der Lehre von dem organischenMittel.
Diese äusseren Bedingungen zerfallen in zwei Klassen, je nachihrer physischen oder chemischen Natur; die ersteren können inFolge ihrer festeren Dauer als die allgemeineren gelten, wenn auchnicht bezüglich der verschiedenen Organismen, wenigstens bezüg-lich der stetigen Dauer eines jeden von ihnen.
Unter den physischen Einwirkungen muss die Wirksamkeitder Schwere die erste Stelle erhalten. Die Untersuchung derselbenbietet sehr grosse Schwierigkeiten, denn in der Mehrzahl der Fällekann ein solcher Einfluss weder aufgehoben noch verändert werden.Trotzdem zeigt eine aufmerksame Untersuchung den Einfluss derSchwere auf das volle Zustandekommen der physiologischen Vor-gänge, sowohl für den normalen, wie für den krankhaften Zustand.Bei den pflanzlichen Organismen ist die physiologische Wirksam-keit der Schwere zwar weniger wechselnd, aber mehr erkennbar,da der Lehenszustand hier weniger verwickelt ist. Die gewöhn-lichen Gesetze und die allgemeinen Grenzen für das Wachsen derPflanzen scheinen von diesem Einfluss abzuhängen, wie die Ver-suche gezeigt haben, welche Knight bei dem Keimen mittelseiner mehr oder weniger schnellen Drehung angestellt hat. Selbstviel höhere Organisationen sind ähnlichen Bedingungen unterworfen,ohne sie könnte man z. B. nicht erklären, weshalb Thiere vongrosser Masse ständig in einer so dichten Flüssigkeit leben, dassletztere beinahe ihr ganzes Gewicht trägt, ja sie oft selbst indie Höhe hebt. Bei der höheren Abtheilung der thierischen Reihe