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Sechaundvierzigstes Kapitel.
Sitten und die Verbesserung der äussern Lage in Folge der täg-lich wachsenden Fortschritte der Ge Werbetätigkeit den desorgani-sirenden Einflüssen das Gleichgewicht gehalten. Indess ist jeden-falls die Zeit gekommen, wo diese Einflüsse ihre gefährliche Wirk-samkeit zu entwickeln beginnen.
Seit dem Eintreten des revolutionären Zustandes hatte dieseverderbliche Wirksamkeit sich bereits durch einen schweren An-griff auf die Institution der Ehe angekündigt, welche durch dasRecht der Scheidung in den protestantischen Ländern ohne denÖffentlichen Anstand und den individuellen moralischen Sinn tieferschüttert worden wäre. Indess konnte die Privatmoral erst danngeradezu und konsequent angegriffen werden, als die öffentlicheMoral beinahe ganz aufgelöst war. Diese Vorbedingung ist erfüllt,und ihre auf lösende Wirkung bedroht die häusliche und selbst diepersönliche Moral, welche die Grundlage aller weitern ist. Die Fa-milie, welche in Mitte der heftigsten Gestaltungen des revolutionärenSturmes respektirt worden war, einige nebensächliche Angriffe aus-genommen, befindet sich von unsinnigen Sekten in ihrer doppeltenGrundlage angegriffen; in der Vererbung des Vermögens und inder Ehe. Die verständlichste Lehre der individuellen Moral, näm-lich die Leidenschaften der Vernunft unterzuordnen, ist von an-geblichen Neuerern verleugnet worden, welche die systematischeHerrschaft der Leidenschaften, als den Grundsatz ihrer neugebornenMoral haben aufrichten wollen.
Die reaktionäre Schule bemüht sich vergeblich, die Verantwort-lichkeit für diese neue Art von Ausschreitungen der revolutionärenSchule zur Last zu legen; denn wenn die theologischen Auffassungenfür die Zukunft ebenso wie in der Vergangenheit die Grundlage de?Moral bilden sollen, weshalb haben sie da alle Gewalt gegen solch«Ausschreitungen verloren? Wäre es nicht ein fehlerhafter Zirkel'jetzt durch mühsame künstliche Mittel die religiösen Prinzipien z üentfalten, damit sie demnächst, aller innerlichen Macht beraubt,als Stützpunkt der moralischen Ordnung dienen könnten? Jede sozial«Macht beweist ihre Wirksamkeit durch die Probe ihres Empor-kommens. Man kann deshalb von einem Glauben nichts erhoffetwelcher der Entwickelung der Vernunft nicht hat widerstehe 11können. Anstatt dass der religiöse Glaube der Moral zur Grund'