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Zweiter Band.
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Sechsundviemgstes Kapitel.

kann daher mit Sicherheit Voraussagen, dass dieses schmachvolle Ver-fahren sich weiter ausdehnen wird, so lange die geistige Anarchiedahin treibt, jede starke politische Ueberzeugung zu zerstören.

Eine solche Erklärung kann indess die Regierungen nicht davonfreisprechen, dass sie gemeinsam ein solches Mittel anwenden,,denn die Verachtung, welche sie ausser lieh gegen die soziale Lehrezeigen, und die Hemmnisse, mit denen sie den menschlichen Geistumgeben, müssen einen solchen, an sich vorübergehenden Zustandverewigen. Von einer andern Seite erschweren sie noch, weilgenöthigt sich dieser unsittlichen Nothwendigkeit zu unterwerfen,dieselbe in der Ausführung, indem sie dies Mittel beinahe immernur zur Befriedigung ihrer persönlichen Interessen benutzen, ohnealle Rücksicht auf das öffentliche Interesse. Trotzdem trifft dieSchuld für diese Ausbreitung der politischen Korruption die Regiertenebenso wie die Regierenden, und zwar nicht blos in dem Sinne,dass wenn die einen es benutzen, die andern es annehmen, sondernauch weil der allgemeine geistige Zustand der Regierten diesenGebrauch unvermeidlich macht. Für die Einzelnen gelten in ihremtäglichen Verkehr nur diejenigen gemeinsamen Unternehmen alsfest und wirksam, welche auf das Privatinteresse sich stützen. Des-halb können sie ohne Inkonsequenz bei den Regierungen ein gleichesVerfahren nicht tadeln. Trotz der ebenso materiellen Strömungen,denen die Gesellschaft ausgesetzt ist, würden die Verheerungendoch noch viel grösser sein, wenn die individuellen Gegensätzenicht durch den Einfluss der persönlichen Interessen im Zaumegehalten würden.

Um in dieser Hinsicht die traurigen Bedürfnisse unsrerEpoche zu begreifen, darf man den Begriff der politischen Korrup-tion nicht blos auf die materiellen Einflüsse beschränken; man mussdazu auch die verschiedenen Mittel rechnen, durch welche man denMotiven des Privatinteresses bei den Fragen des öffentlichen Nutzens'die Oberherrschaft zu geben versucht. So aufgefasst erscheint dasSystem ausgedehnter und gefährlicher, als man gewöhnlich meint.Ich meine damit nicht blos die Benutzung von ehrenden Auszeich-nungen, welche mittels der Anregung der Eitelkeit oft eine Korrup-tion zu erzeugen vermögen, die wirksamer ist, als die un-mittelbare Käuflichkeit; sondern hauptsächlich die ganz in andere?