Band 
Zweiter Band.
Seite
58
JPEG-Download
 

58

Achtundvierzigstea Kapitel.

Methode von der Lehre getrennt werden, denn die Modifikationenjener werden dann um so wichtiger. Besonders beim Studium d® 1sozialen Vorgänge kann der Begriff der Methode nur aus einemvorläufigen Begriff der Wissenschaft hervorgehen.

In der Soziologie kann die Methode nur nach der Anwendung'die man von ihr macht, beurtheilt werden, und deshalb kan®von einer vorauszuschickenden Abhandlung über die Methode nichtdie Rede sein. Indess müssen doch vor der unmittelbaren Behänd'lung der sozialen Wissenschaft deren Geist und Hülfsquellen dafgelegt werden, wie ich es bei den andern Wissenschaften getha®habe.

Diese vorläufige Aufgabe hat mich zu Erklärungen genötigtwelche um so elementarer und deutlicher waren, je mehr es sichum eine verwickeltere und unvollkommnere Wissenschaft handelt®'Die blosse Definition hat bei den einfachsten und dabei fortge'schrittensten Wissenschaften genügt, um deren Zustand und dere®Hülfsmittel zu bezeichnen; allein bei den verwickelteren Wissen'schäften habe ich anders verfahren müssen. So waren z. B. bei de®Biologie elementare Erläuterungen, welche in jedem anderen Fall®selbstverständlich gewesen wären, unentbehrlich, und es erhelltdass dies bei der Soziologie noch nöthiger sein wird. •

Prüft man den jetzigen Zustand dieser Wissenschaft, so erkenn!man in ihr sowohl bei der Methode wie bei der Lehre eine Verbindung von Eigenschaften, welche die theologische und meta'physische Periode bei den andern Zweigen der Philosophie be'zeichnet haben. Die jetzige politische Wissenschaft ist für di®wahre Wissenschaft das, was früher die Astrologie für die Astro'nomie, die Alchemie für die Chemie und die Aufsuchung des Uni'Versalheilmittels für das System der medizinischen Studien waren!das Gleiche lässt sich von der theologischen und metaphysische®Politik sagen. Ob die Vorgänge auf ein übernatürliches Ein'greifen bezogen werden, oder aus der Wirksamkeit entsprechende®Entitäten erklärt werden, dieser Unterschied in Auffassungen, di®schliesslich identisch sind, hindert nicht, dass man dere®hauptsächliche Eigentümlichkeiten wiederholt, welche bezüglichder Methode in dem Ueberwiegen der Einbildungskraft über di®Beobachtung, und bezüglich der Lehre in der Aufsuchung abso*