Band 
Zweiter Band.
Seite
77
JPEG-Download
 

Achtundvier?,igntea Kapitel.

77

ö ur in Bezug auf die Geschwindigkeit veränderlich, aber in derOrdnung der Entwickelung nicht umzustossen, und ebensowenigkann ein irgend erheblicher Zwischenzustand übersprungen werden,ktan kann sich eine Vorstellung von diesen VeränderungenAachen , wenn man sie mit den ähnlichen Veränderungen des thie-Mschen Organismus vergleicht, doch sind die sozialen Modifikationena üsgedehnter und mannigfaltiger. Die Lehre von den Grenzen derVeränderungen ist bei der Biologie noch nicht begründet, mankann deshalb nicht erwarten, dass die Soziologie liier weiter vor-geschritten sei; indess genügt die Darlegung deren Geistes in ders °zialen Statik und Dynamik.

In der geistigen Ordnung kann keine Ueberlegenheit einesIndividuums die einer späteren Epoche vorbehaltenen Entdeckungena 'rf eine frühere Epoche übertragen. Die Geschichte der Wissen-schaften zeigt, dass die hervorragendsten Geister ihrer Zeit unter-sten smd. Dies gilt auch für die Künste, namentlich für dieMechanischen Mittel, welche die Thätigkeit des Menschen ergänzens °Uen. Ebenso kann man nicht bezweifeln, dass die moralischeBewegung in jedem Zeiträume durch den Stand der gleichzeitigenEntwickelung geregelt wird. Jede Weise der sozialen Existenzbestimmt die auf sie bezüglichen Sitten; man findet deren gemein-te Urform bei allen Einzelnen, trotz ihrer charakteristischenVerschiedenheiten. So giebt es z. B. einen Zustand in der Mensch-heit, wo die besten Naturen rohe Gewohnheiten annehmen, vonReichen niedrigere Naturen, die aber in einer vorgeschrittenerenGemeinschaft leben, sich beinahe ohne Anstrengung frei halten.

Gleiche gilt in politischer Hinsicht. Wollte man alle That-jMcfien und alle Erwägungen sammeln, welche das Dasein vonT^enzen für die Veränderung beweisen, so müsste man unwillkür-lc h die Betrachtungen wiederholen, welche die Unterordnung derFialen Vorgänge unter natürliche Gesetze ergeben, denn einReiches Prinzip ist nur eine Anwendung dieses philosophischen Ge-

'Wens.

Die drei Quellen für die sozialen Veränderungen entspringen ausRasse, dem Klima und der öffentlichen Thätigkeit; die Wichtig-e it der einzelnen gegeneinander lässt sich nicht bestimmen. SelbstWenn eine solche Bestimmung in der erst sich entwickelnden Wissen-

D