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Dreiundfünfzigstes Kapitel.
Kaste, auf welcher alles beruhte, während doch ihre Macht ver-schwunden war, da ihr jedes Ziel fehlte.
Nachdem ich so die drei Gestaltungen des polytheistischenRegiments geschildert und die Theilnahme einer jeden an derEntwickelung der Menschheit bestimmt habe, liegt mir noch ohdarzulegen, wie dieses System zur monotheistischen Ordnung desMittelalters geführt hat.
In geistiger Hinsicht wird dieser Uebergang durch die griechi-sche Philosophie deutlich, die als Organ für den Verfall des Poly-theismus zu dienen bestimmt war. Die einzige Berichtigung, welche''hier die bisherigen Meinungen bedürfen, besteht in der Anerkennt-niss, dass diese Revolution den Einfluss der Entwickelung des posi-tiven Geistes darlegt. Ein solcher Geist gab der Philosophieselbst, ohne dass deren Beförderer sich dessen bewusst waren, jenevermittelnde Natur, die nicht mehr theologisch aber auch nochnicht wissenschaftlich war, und den metaphysischen Zustand aus-macht. Das anfänglich noch unbestimmte und verworrene Gefühlvon dem Dasein der Naturgesetze, welches durch das erste Hervor-treten geometrischer und astronomischer Wahrheiten erweckt war,konnte allein der Stimmung für den Monotheismus, welcher aus deiuFortschritt des Geistes der Beobachtung hervorging, einen philosophi-schen Bestand gewähren. Eine erste Verallgemeinerung der theolog 1 'sehen Begriffe hatte zunächst den Uebergang des Fetischglaubensdem Polytheismus veranlasst. Eine neue Verallgemeinerung solb eebenso die übernatürliche Macht durch den Uebergang des Pol.T'theismus zum Monotheismus beschränken. Wenn die Unbeständig'keit, die Vereinzelung und der Zwist, welcher den ersten Beobach-tungen eigen sind, die theologische Einheit nicht gestatteten, ( l ,edamals als etwas Unvernünftiges erscheinen musste, so warebenso nothwendig, dass der genügend gepflegte Verstand zulU 1 ^sich über den Widerspruch empörte, welche ihm diese Menge vo11eigensinnigen Gottheiten im Vergleich zu dem mit jedem Tage fesl erund regelmässiger werdenden Schauspiele darbot, das der Men^hallmählich in der Gesammtheit der äusseren Welt erkannte.
Ein polytheistisches Dogma, das vom Schicksal, konnte dies eI 'Uebergang erleichtern. Das Scliicksal galt als der Gott der U JlVeränderlichkeit; sein Bereich musste stetig auf Kosten der andere 11