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Vierundfünfzigstes Kapitel.
nender, wenn auch weniger gefeierter Thatsachen zeigen, dass indiesen so falsch beurtheilten Kämpfen die Geistlichkeit kein anderesZiel verfolgte, als die freie Wahl ihrer Beamten vor jedem welt-lichen Eindringen zu schützen. Diese Forderung musste für dieberechtigtste und bescheidenste gelten, aber trotzdem hat die Kircheihr überall entsagen müssen und zwar noch vor ihrem Verfall.
Die ganze Lehre von der Theilung der Gewalten lässt sichauf das Prinzip zurückführen, dass die geistliche Macht sich autdie Erziehung und die weltliche Macht sich auf das Handelnbezieht. Der Einfluss einer jeden muss in dem, was ihre Be-stimmung betrifft, unbeschränkt sein und rücksichtlich der Aufgabeder anderen nur berathend. Zur Erziehung gehört ein indirekteraber stetiger Einfluss der geistlichen Gewalt auf das thätige Leben,der den Einzelnen und die Klassen an die Prinzipien erinnern soll,welche ihm mittels der Erziehung als Richtschnur für das Lebengelten sollen. Die allgemeinsten sozialen Verrichtungen dieser Ge-walt beschränken sich auf eine Art von Verlängerung derselben Auf-gabe, weil sie aus der Ausbreitung eines gleichförmigen Erziehung«'Systems für ferne Völker besteht, um nicht zu viel von weltlichenRegierungen zu verlangen, die von einander unabhängig sind.
Die denkende Klasse wollte nicht wie in den Theokratien diepolitische Oberhoheit an sich ziehen, und ebensowenig ausserhalbder sozialen Ordnung, wie unter dem griechischen Regimente,stehen; sie bildete sich deshalb im Mittelalter ihre eigene Stellungals Beobachterin der täglichen praktischen Bewegung, indem « ienur durch ihren moralischen Einfluss daran Theil nahm. Ein ersterAnfang der Trennung der Theorie und der Anwendung began»sich in den sozialen Ideen zu verwirklichen. Die politischen Prin-zipien wurden nicht mehr blos empirisch, je nachdem die Praxi®es verlangte, festgestellt.
In moralischer Hinsicht hat die Umänderung der sozial*? 0Organisation bis in die untersten Klassen der Bevölkerung elDGefühl von Würde und Erhebung entwickelt, was bis dahin unb«'kannt war. Die Moral bildete sich nun ausserhalb und über derPolitik und berechtigte selbst den ärmlichsten Christen, auch deomächtigsten Herrn an die Vorschriften der gemeinsamen Lehreerinnern. Der Gehorsam und die Achtung konnten seitdem al1 *