Vierundfunfz'igsten Kapitel. 225
Kaste als Eigenthum zugehörten. Die übrigens sehr beschränkte^ahl erhielt nur sehr spät einen geringen Eingang mittels einestoehr scheinbaren als wirklichen Zugeständnisses.
Die zweite Bedingung besteht in der widerwärtigen, aber un-pässlichen Nothwendigkeit einer weltlichen, genügend ausgedehntenHerrschaft, die unmittelbar mit der obersten geistlichen AutoritätVe rbunden war, um deren Unabhängkeit mehr zu sichern. Daskatholische System entstand in einem Staat, wo die einzelnen Ge-walten vermengt waren. Es wäre daher bald von diesen Gewalten
а, dgezelrrt oder durch die weltliche Uebermacht politisch vernichtetWorden, wenn der Sitz seiner Autorität in irgend welche besondereJurisdiktion eingeschlossen worden wäre, deren Oberherr den Papst
a «l als eine Art von Kaplan sich unterworfen hätte. Man konntePcBt auf eine Reihe von Herrschern wie Karl den Grossen rech-aetl , d. h. auf Herrscher, welche den Geist der europäischen Orga-nisation im Mittelalter genügend erkannten, um die päpstliche Un-abhängigkeit zu achten und zu beschützen. Die theologische Philo-sophie sucht, wenn sie zu dem Monotheismus gelangt ist, dieInnung der Gewalten zu ordnen, aber ihr Einfluss ist nichtSaftig genug, um der Unterstützung rein politischer Bedingungene ütbehren zu können. Daraus ergab sich für den Katholizismusg e Pflicht, eine territoriale Souveränität mit einer genügendene rölkerung zu haben, die provisorisch sich selbst genügte, und^abei den Mitgliedern dieser ungeheuren Priesterschaft einen sichern^fluchtsort bieten konnte, wenn sie mit der weltlichen Gewalt in^Wiespalt geriethen. Der Sitz dieser Fürstlichkeit war übrigens durcher en Aufgabe bestimmt. Der Mittelpunkt dieser allgemeinsten^Jdorität, welche berufen war, auf allen Punkten der civilisirtene K aufzutreten, musste offenbar in jener einzigen Stadt sein,^ e lohe sich so sehr eignete, die neue Ordnung an die alte in Folge
б, 1 Gewohnheiten anzuknüpfen, die seit mehreren Jahrhunderten011 allen Seiten an diese Stadt die sozialen Gedanken und Hoft-^gen knüpften.
Die Nothwendigkeit, einen weltlichen Besitz zur höchsten{festlichen Würde hinzuzufügen, darf indess die Uebelstände nichte rsehen lassen, die sich dabei rücksichtlich der geistlichen Auto-und des Theiles von Europa , die dieser Art von politischer
0l| ite-Rig 1 positive Philosophie. II.
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