Band 
Zweiter Band.
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Vierunitünfzigstes Kapitel.

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massige Unterricht, wenn man von dem Einfluss der Künste, deröffentlichen Feste und der Theaterspiele absieht.

Dagegen hat der Katholizismus jedem Gläubigen die Wohl-that einer religiösen Erziehung auferlegt, die den Einzelnen schonbei dessen ersten Schritten umfasste, denselben für seine sozialeStellung vorbereitete und ihn während des ganzen Laufes seinesLebens begleitete, um ihn stets mittels Ermahnungen, Bussen undMaterieller Zeichen zur Befolgung der Grundsätze zurückzuführen.Lie bescheidenen Hauptwerke der gebräuchlichen Philosophie,Welche den Inhalt der gewöhnlichen Katechismen ausmachen,' v 'aren in Wahrheit alles das, was sie sein konnten, denn siee nthielten alles, was der Monotheismus als das Beste bieten konnte.

Man beschuldigt den Katholizismus mit Unrecht, die Volks-bildung hartnäckig gehemmt zu haben. Die katholische Geistlich-keit war immer bestrebt, der Masse die Kenntnisse mitzutheilen,die ihr selbst gelehrt worden waren. Die Trennung der Gewaltenftihrte sie selbst, im Interesse ihrer Herrschaft, zur Erweckungei ner gewissen geistigen Bildung, denn ohne diese hätte ihreMacht ' nicht die genügende Stütze gehabt. Als Erbe der theo-kratischen Weisheit des Morgenlandes und der Studien der griechi-N< hen Philosophie bemühte sich die katholische Geistlichkeit um diegenaue Untersuchung der menschlichen Natur, die sie in Wahr-heit so weit erforscht hat, als die durch theologische und metaphy-H) sche Begriffe geleiteten Beobachtungen es gestatteten. Diese Kennt-ril ^se, bei denen ihre Ueberlegenheit ausser Zweifel war, begünstigte'bren politischen Einfluss, denn sie bilden in jedem Zustand derGesellschaft die Unterlage der geistigen Macht. Die übrigenWissenschaften sind hier nur in so weit von Bedeutung, als sie'he Untersuchungen über den Menschen und die Gesellschaft ver-

bessern.

Die Beichte war bestimmt, eine wichtige Thätigkeit der geist-hehen Gewalt zu regeln, welche die bisher betrachtete vervoll-ständigen sollte. Es ist unmöglich, dass die Leiter der Jugend'hebt auch die Berather des praktischen Lebens werden sollten;°biie eine solche Verlängerung des moralischen Einflusses würde’Le soziale Wirksamkeit ilires Handelns nicht genügend verbürgt^'vesen sein. Nichts kennzeichnet besser den Verfall dieser alten