Band 
Zweiter Band.
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Vierundfünfzigstes Kapitel.

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Hin.sicht ist sie dagegen eine treffliche Erfindung des theologischenGeistes, wodurch die blutigen Gebräuche des Polytheismus unter-drückt werden sollten, indem sie durch eine erhabene Ausfluchtdem instinktiven Bedürfniss nach Opfern Rechnung trug, einem Be-dürfhiss, das jedem religiösen Regiment einwohnt und welches jedenTag durch die freiwillige Opferung des köstlichsten Opfers, wasman sich denken konnte, befriedigt wurde.

Je mehr man sich mit diesem positiven Geiste in das Studiumdas Katholizismus vertieft, um so mehr wird man das soziale wiegeistige Interesse begrüssen, welches damals so viele merkwürdigeStreitsätze einflössten, durch welche die hervorragendsten Geisterdie wunderbare Organisation des Katholizismus haben hervorgehenlassen. Die unermüdlichen Anstrengungen so vieler berühmterDoktoren und Päpste für die Bekämpfung des Arianismus, welchersich gegen die priesterliche Unabhängigkeit richtete, j ihre Kämpfegegen die Manichäer, die den Dualismus an Stelle der Einheitsetzen wollten, und viele andere mit Recht berühmte Verhandlungenhatten ein ebenso ernstes Ziel, als die heftigsten ErörterungenUnserer Tage.

Dies sind die schwachen Andeutungen auf die ich mich beiBeurtheilung des Katholizismus beschränken muss, welcher all-mählich in zehn Jahrhunderten geschaffen wurde, von St. Paulusa b, der dessen allgemeinen Geist erkannte, bis zu Papst Hilde-brand, welcher dessen soziale Verfassung hinzufügte. Die Ent-nickelungen der Zwischenzeit haben des geistigen und morali-schen Einflusses aller bedeutenderen Männer bedurft, deren sichdamals unsere Gattung rühmen konnte, des Augustinus , des Am-brosius, des Hieronymus , des Gregor. Ihr Bestreben fürdie Begründung eines solchen Werkes wurde, wenn auch oft durchdie dunkle Mittelmässigkeit gemeiner Könige gehindert, beinaheimmer durch jene Herrscher begünstigt, welche wie Karl der Grosse *mt einem wahren politischen Genie begabt waren.

Nachdem ich so die geistige Organisation des Katholizismusdargelegt habe, wende ich mich zur Prüfung der gleichzeitigenWeltlichen Organisation, um sodann dieses Regiment in moralischerl md zuletzt in geistiger Hinsicht zu betrachten.

Die Urtheile über die weltliche Ordnung des Mittelalters