Vierundfünfzigstes Kapitel.
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hatten. Diese Thätigkeit hat die Verähnlichung befestigt, indemsie die Barbaren nöthigte, sich zu civilisiren. Das Lehnswesenhat den Krieg für den Vertheidigungszustand geführt; nach-dem es denselben in dieser neuen Gestalt genügend entwickelthatte, hat es ihn erlöschen lassen, indem es ihm seine gewöhn-liche Nahrung entzog. Der Einfluss des Lehnswesens hat in derOrdnung der Nationen zu einem ähnlichen Ergebniss geführt, in-dem es die militärische Thätigkeit auf eine, allmählich immer ge-ringere Kaste beschränkte, deren beschützende Autorität mit demindustriellen Aufschwung der arbeitenden Bevölkerung sich ver-tragen lernte und indem es den kriegerischen Geist bei den FührernS dbst allmählich minderte. Diese Führer mussten beim Mangel ge-nügender Beschäftigung sich allmählich in Besitzer grosser Landes-gebiete umwandeln, so weit sie nicht zu Höflingen ausarteten. Dasschliessliche Ergebniss war die Abschaffung der Sklaverei und derHörigkeit und die bürgerliche Freiheit der industriellen Klasse.
Nachdem ich so zunächst das geistliche und dann das welt-liche monotheistische Regiment des Mittelalters geschildert habe,habe ich nur noch den moralischen Einfluss und die geistige Wirk-samkeit dieser Periode zu untersuchen.
Die Begründung der Moral hat die Hauptbestimmung desKatholizismus ausgemacht. Es könnte hiernach scheinen, als wenn’lie Prüfung dieser Bestimmung der Prüfung der katholischen Orga-nisation folgen müsse, allein ich möchte zeigen, dass diese Moralmit dem ganzen katholischen und feudalen System verknüpft ist,l, nd nicht blos mit dem einen oder anderen. Der Katholizismushat die Begründung der menschlichen Moral geregelt, indem er*hr das soziale Uebergewicht zutheilte, und das Lehnswesen hat die"'erthvollen Keime einer hohen Moralität eingeführt, welche ihmallein zugehörten und ohne welche die Wirksamkeit des Katholizis-mus nicht hätte hervortreten können. Der Katholizismus war ebenso
das Lehnswesen eine nothweudige Folge der vorhergegangenenZustande. Bei der Eintracht, welche zwischen diesen beiden sozialenElementen geherrscht hat, darf der Einfluss des einen nicht zumHachtheil des anderen übertrieben werden, indem die moralischeWiedergeburt mir dem Katholizismus zugeschrieben wird, denn er"'ar nur das Organ bei einem Fortschritt, welcher durch eine neue