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Zweiter Band.
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Vierundfiinfzigötea Kapitel.

alterlichen Geistes und des katholischen Einflusses, indem er eineinfaches Mittel der militärischen Erziehung in ein mächtiges Werk-zeug der sozialen Verbindung umgestaltete. Die Organisation dieserRitterschaften, wo das Verdienst über die Geburt und selbst überdie höchste Autorität ging, wurde durch deren Uebereinstimmungmit dem katholischen Geiste unterstützt, obgleich sie anfänglich,wie alle anderen Elemente dieses Regiments einen rein weltlichenCharakter hatte.

Einer der Zweige dieser Ritterschaften führte zu einer grossenGefahr für die Theilung der Gewalten. Diese Gefahr erhob sich,als die besonderen Bedürfnisse der Kreuzzüge zur regelmässigenBildung von Ritterorden führte, in denen der mönchische Charaktersich mit dem militärischen verband. Eine Verbindung, welche demGeist und der Verfassung des Lehnssystems so entgegen war,musste bei diesen Rittern einen unnatürlichen Ehrgeiz erweckenund sie an eine neue Vereinigung der Gewalten denken lassen.Solcher Art war im Prinzip die Geschichte der Tempelherrn, derenwahre Erklärung sich nur aus meiner Lehre ergiebt. Dieser be-rüchtigte Orden bildete eine Art dauernder Verschwörung gegendas Königthum und das Papstthum. Beide wussten sich trotzihrer Streitigkeiten zuletzt zu vereinigen und diesen Orden auf-zuheben.

Das Lehnssystem ist die Wiege der modernen Gesellschaftenin weltlicher Hinsicht. Die Umgestaltung der militärischen Lebens-weise in die industrielle war das Ziel, dem die europäische Politikwährend des ganzen Mittelalters zustrebte. In der europäischenOrdnung hatte das Militär die Hauptpflicht unübersteigliche Schutz-wälle gegen den Geist der Einfälle aufzurichten, deren längereDauer die soziale Entwickelung zurückzuhalten drohten. DiesesZiel wurde erst erreicht, als die .'nördlichen und östlichen Völkerdurch die Schwierigkeit, anderwärts neue Wohnsitze zu finden, ge-zwungen waren, sich in ihren eigenen Ländern, trotz derenungünstigen Lage zum ackerbauenden und sesshaften Leben zubequemen, welches eine moralische Bürgschaft durch deren Ueber-tritt zum Katholizismus erhielt. So vervollständigte die feudaleThätigkeit das, was die Römer durch Entwickelung der Mensch-lichkeit mittels der Verähnlichung der civilisirten Völker begonnen