Band 
Zweiter Band.
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Fiinfandfiinfzigst,es Kapitel.

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hängig von der weltlichen Gewalt, musste den Beginn der Zer-setzung in Folge der Unverträghchkeit zwischen diesen beidenAutoritäten ergeben. Der Monotheismus war ein Gegner des Ueber-gewiclits des kriegerischen Geistes, da dieser nach der Einheit derGewalt strebt. Ebenso trieb der katholische Geist von seiner Seitedie priesterliche Autorität zur Ueberschreitung ihrer Grenzen, fürderen Ziehung es kein vernünftiges Prinzip gab. Bei diesem Re-giment war die Trennung der Gewalten nur eine empirische; ihreUnabhängigkeit wurde nur durch deren Antagonismus aufrecht«'halten. Die weltliche Fürstengewalt, welche mit dem Papstthumvereint war, verleitete den Papst zur Vermischung seiner sozialenGewalten. Kurz, der feudale Geist und der katholische Geistsuchten, der eine durch eine unvollständige Civilisation und derandere durch eine falsche Philosophie die Theilung der Gewaltenz u zerstören. So darf die von selbst erfolgende Zersetzung diesesRegiments vom 14. Jahrhundert an nicht verwundern; vielmehrwürde seine Fortdauer bis zu dieser Epoche Erstaunen erregenMüssen, wenn dieselbe sich nicht durch die langsame Entwickelung'kr neuen sozialen Elemente erklärte.

Zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommt man bei Betrachtung•ler Hauptunterabtheilungen in jeder dieser beiden Gewalten,d. h. bei dem Verhältniss zwischen den centralen und den lokalenAutoritäten. Die innere Harmonie bei jeder dieser Gewalten konntekeine festere sein als die bei deren gegenseitiger Verbindung.

In der geistlichen Ordnung enthält die katholische Hierarchie,kotz ihrer höheren Stellung, Keime der Auflösung, welche den Ver-hältnissen zwischen der höchsten priesterlichen Autorität und der ver-miedenen Nationalität der Geistlichen entsprangen. In dem Lande,Welches während des ganzen Mittelalters die Hauptstütze des geistlichenSystems war, hatte sich die nationale Geistlichkeit vom Anbeginn abbesondere Privilegien zugetheilt, von denen die Päpste mit Recht,w enn auch ohne Erfolg erklärt hatten, dass sie gegen die Be-dingungen der politischen Existenz des Katholizismus verstiessen.Bagegen strebte wieder das Papstthum von seiner Seite einer über-mässigen Centralisation zu, welche überall die nationale Empfind-lichkeit verletzte. Dies waren die Kräfte, welche selbst vor jederSpaltung der Lehre die innere Einheit aufzulösen suchten, indem