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Zweiter Band.
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Fünfundfünfzigsfce3 Kapitel.

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erfüllt; indess liat sie das Gefühl für die hauptsächlichsten morali-schen Bedingungen des Menschen aufrecht erhalten.

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Ich will die verschiedenen Gestaltungen des Protestantismusnicht untersuchen, sondern nur das Prinzip andeuten, mittelsdessen man diese Masse von Sekten heurtheilen kann, von denenjede mit dem Mitleid begann und den Schrecken folgen liess, jenachdem die Zersetzung des katholischen Systems mehr oderWeniger fortschritt. Es genügt, wenn ich hier die drei sichfolgenden Grade von dem Untergange des alten religiösen Orga-nismus hinsichtlich der Disziplin, der Hierarchie und der Lehreselbst, welche deren Seele war, unterscheide. Diese drei Gestaltun-gen werden durch Luther, Calvin und Socinus vertreten.

Das Lutherthum hat nur unbedeutende Veränderungen in derLehre eingeführt; es hat die Hierarchie behalten, allein es hat diePolitische Erniedrigung der Geistlichkeit geheiligt. Luther zerstörte*Le kirchliche Disziplin, um sie besser dieser erniedrigenden Um-gestaltung anzupassen. Es ist dies die einzige Gestalt, in welcherder Protestantismus sich zu einer Staatsreligion organisiren konnte,Wenigstens bei den grossen unabhängigen Nationen.

Dann hat der Calvinismus , welchen der berühmte Pastor vonOenf begründete, dieser anfänglichen Zerstörung noch die derHierarchie, welche die Einheit beim Katholizismus aufrecht erhielt,hinzugefügt. Er hat sonst nur geringe Veränderungen in der Lehre^genommen, die indess doch ausgedehnter waren als die von Luther .Liese zweite Gestaltung eignet sich nur für den Stand der reinenOpposition, ohne eine organische Wichtigkeit mit sich zu führen,die der Dauer fähig gewesen wäre. Indess bildet sie die normaleLage des Protestantismus, wenn man eine solche politische Ano-malie so bezeichnen kann; denn der Protestantismus hat sich ind ß r seiner Natur entsprechendsten Weise entwickelt, welcher dieLäge Regelmässigkeit des offiziellen Lutherthums widerstrebt.

Der Socinianismus hat endlich die Auflösung der Disziplin unddm Hierarchie vollendet, indem er damit die der hauptsächlich-en religiösen Glaubenssätze verband. Sein italienischer UrsprungLess eine Richtung der katholischen Geister erwarten, welche dietheologische Zersetzung viel weiter treiben wollte, als ihre prote-