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Fünfundfünfzigstes Kapitel.
weltliche Diktatur nach der Vertreibung der französischen Calvi -nisten und dem Triumph des Anglikanismus ihren eigentlichenCharakter angenommen hatte. Von dieser Zeit datirt die Organi-sation des systematisch rückwärts schreitenden Widerstandes. Esmusste desshalb die geistige Zersetzung einen neuen Weg be- iginnen und Häupter finden, die sie führen konnten.
Die negative Philosophie strebte damals nach einem völlig jsystematischen Zustand. Diese Richtung ging aus der ketzerischenBewegung hervor. Die Neigung des menschlichen Geistes zurgänzlichen Befreiung von aller Theologie hatte sich schon lange ]vor der freiwilligen Zersetzung des Monotheismus gezeigt, und gehtman in die Vergangenheit zurück, so sieht man, wie sie selbst derOrganisation des Katholizismus vorhergeht. Während des Verfalls .des Polytheismus gingen einige griechische Schulen schon über |die Grenzen des Monotheismus hinaus. Dergleichen vorzeitige An-strengungen konnten nur in einer Art von metaphysischen Pan-theismus enden, wo die Natur zu einer abstrakten Gottheit gemachtwurde. Eine solche Lehre unterschied sich wenig von dem, wasman später Atheismus genannt hat. Diese irreligiösen Neigungenwaren während der langen Periode des aufsteigenden Katholizismuserloschen; allem sie waren niemals ganz verschwunden und diePhilosophie des Aristoteles wurde wegen eines solchen Charaktersverfolgt, welcher darin in verhüllter Weise gefunden wurde. DieScholastik bereitete dem Geiste der Befreiung einen neuen Auf- .
schwung. Mitten durch die offizielle Theologie zeigte sie ihre |
Vorliebe für die freien Denker Griechenlands , deren Einfluss sichbei den spekulativen Geistern erhalten hatte; besonders in derhohen italienischen Geistlichkeit. Diese negative Metaphysik warim 13. Jahrhundert unter den Gebildeten schon sehr verbreitet.
Die irreligiöse Richtung nahm an den grossen innem Kämpfender beiden folgenden Jahrhunderte keinen thätigen Antheil; die 1eigene Zersetzung des katholischen Systems wurde in dieser Zeitdurch eine metaphysische Theologie geleitet. Im 16. Jahrhundertlässt dieselbe Richtung den Protestantismus handeln, ohne dass sicselbst ihn verbreitet; sie benutzt nur die halbe Freiheit, welche diephilosophischen Erörterungen erlangt hatten, um ihren eigene 11Einfluss zu entfalten. Ihre Repräsentanten sind Erasmus, Caf'