Sechsundfünfzigstes Kapitel.
321
platten Landes von der Natur ihrer bezüglichen Arbeiten ab, inFolge einer einfachen Fortführung des Prinzips der positivenRangordnung, denn wendet man dieses Prinzip auf die industrielleOrganisation an, so muss man danach in der aufsteigenden Reihedie Erwerbsgebiete des Landbaues, der Manufakturen und des Handelstrennen; deren Vergleichung ergiebt dann ähnliche Unterschiedewie die, welche ich zwischen den Elementen der modernen Civili-sation nachgewiesen habe. Die abstraktere und mehr vermittelteNatur der städtischen Industrie, die mehr ins Besondere gehendeErziehung, welche sie verlangt, die geringere Vielfachheit ihrerAgenten, ihre leichtere Uebereinstimmung, die meist deren Arbeitenerfordern, endlich die grössere Freiheit, die deren Verrichtungen^erlangen, bilden eine Reihe von Ursachen, welche die schnellere Be-freiung der betreffenden Klassen erklären. In Folge derselben Um-stände vollzog sich die persönliche Befreiung im Handel schnellersls bei den Manufakturen. Bei weiterer Betrachtung zeigt sich,dass derjenige Handel, der sich zuerst befreite, derjenige sein musste,dessen Vornahmen die abstraktesten und vermitteltsten sind, d. h.der Handel mit Werthen, der ursprünglich gewöhnlich von denJuden betrieben, die von der regelmässigen Hörigkeit frei waren,da man sie in die christliche Gesellschaft nicht eingefügt hatte.Oie Geschichte der Industrie im Mittelalter ergiebt, dass diesesOesetz seine Bestätigung in Italien durch die Frühreife derHandelsstädte, wie Florenz, Genua, Pisa und an ihrer SpitzeVenedig , erhielt. Das Gleiche lässt sich von dem grossen hanseati-Sc hen Bunde und von Flandern sagen.
Da diese Periode der Befreiung die wichtigste ist, so erlaubtSr deren Untersuchung schneller zur Prüfung der folgenden Periode,Welche die unter dem Namen der Befreiung der Gemeinden so be-r bhmte Gesammtentwickelung befasst und die trotz unzähligerStudien bis jetzt noch am schlechtesten erkannt worden ist, überzu-Sehen. Man erwägt in der That die Theilnahme des katholischen undfrudalen Regiments zu wenig, indem man den Einfluss von Neben-sachen überschätzt. Namentlich betrachtet man sie zu sehrSetrennt von der vorhergehenden Periode, obgleich sie doch nurSie unerlässliche Vervollständigung derselben war. Wenn manSch der gewöhnlichen Meinung den politischen Kampf der grossen
Oomte-Big, poiitive Phüoiophie. II. 21