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Zweiter Band.
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Sechsundfünfzigstes Kapitel.

Antheil, welchen die Geistlichkeit dabei nahm. Dieser Einflusskam nicht blos von dem Grade der religiösen Moral, denn sie hattrotz der abstrakt aufgefasst gleichwerthigen Lehren, im Uebrigennicht dieselbe Wirksamkeit gezeigt, sondern er ging vorzüglichvon der bewunderungswürdigen Organisation des Katholizismusaus, ohne den die allgemeinen moralischen Vorschriften ungenügendgeblieben sein würden. Die Geistlichkeit, die sich aus allen Stufender sozialen Leiter und namentlich aus den niedern Klassen er-gänzte, war jeder Herrschaft von Kasten entgegen und begünstigtedie Entwickelung arbeitsamer Klassen.

Die Lage der ackerbauenden Bevölkerung war damals nichtso beschwerlich, als die der Arbeiter in den Manufakturen und imHandel innerhalb der Burgen oder Städte. Die Zerstreuung derAckerbauer und das mehr Empirische ihrer täglichen Arbeitenverzögerte die volle persönliche Befreiung und die Fähigkeit, dahinzu gelangen. Die feudalen Herren wohnten inmitten ihrer Hörigenund milderten die Härte von deren Knechtschaft. So verlangtendiese nicht sehr nach der Befreiung und diese wurde dadurchschwieriger, als die Herren sie später im Ernst verweigern wollten.So ist es denn auch hauptsächlich die stete Gegenwirkung der Städte,nachdem die Einrichtung von Gemeinden hier die volle industrielleEntwickelung gestattete, welche während des zwölften und nament-lich des dreizehnten Jahrhunderts allmählich zu einer Befreiung derackerbauenden Bevölkerung auf allen wichtigen Punkten des euro-päischen Westens führte. Ich verweise hier den Leser auf dielichtvolle Auseinandersetzung, welche Adam Smith nach den Be-merkungen von Hu me gegeben hat.

Benutzt man diese Angabe im umgekehrten Sinne, so erhellt,dass die Befreiung der Personen in den Städten und den Burgenhätte beginnen sollen, wo die Hörigkeit durch die gewöhnlicheAbwesenheit des Meisters viel beschwerlicher geworden war, denndiese Abwesenheit überlieferte die Arbeiter der tyrannischen Herr-schaft eines Unterbeamten, und wenn ein solcher Umstand dasBedürfniss nach Befreiung steigerte, so erleichterte das Zusammen-gedrängte der Bevölkerung noch die Wege dazu. Allein eine tiefereund allgemeinere Ursache, die bis jetzt verkannt worden, leitetdiese Ungleichheit zwischen der Entwickelung der Städte und des