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Sechsundfünfzigstes Kapitel.
IsoHrung verstärkt, die der englischen Politik eigen war und zurAuswahl von beinahe nur nationalen Vorgängen bestimmte. Zudieser Zeit entwickelte sich auch in Spanien eine, der englischenähnliche dramatische Kunst, welche noch weiter von einer Nach-alimung des Alterthums abstand. Es war dies eine der Folgenvon der Einführung des Katholizismus in die spanische Pohtik.
Diese Unterscliiede der Poesie zeigen sich indess nur in denDichtungen, die das öffentliche Leben behandeln; die Werke, welchedas häusliche Leben darstellen, konnten sich nur an die moderneCivilisation anschliessen und waren dem, auf die Nachahmung desAlterthums gegründeten ästhetischen System entzogen. Dahermusste diese letztere Gattung, sowohl für das Epos, wie für dasDrama, ohne mehr Kraft und mehr Erfindung zu verlangen, docheine vollständige Originalität zeigen und eine grössere Volksthüm-lichkeit erlangen. Deshalb gefielen Cervantes und Moliere damals wie heute beinahe gleichmässig bei den Völkern Europas .So lange der Charakter unseres gesellschaftlichen Lebens nichtdeutlicher entwickelt sein wird, kann das öffentliche Leben in denerhabensten Gattungen der Poesie, in der dramatischen und epischen,gar nicht zur Idealisirung gelangen. Kein ästhetisches Genie hates für das Drama versucht. Die grossen Anstrengungen bei deranderen Gattung Hessen zwar die Ueberlegenlieit ihrer hervor-ragenden Dichter erkennen, aber zeigten, dass in der vorüber-gebenden Lage der modernen Gesellschaft ein Erfolg unmöglichist. Eine Ausnahme bildet das wunderbare Epos von Ariost ; eshat aber auch mehr das Privat- als das öffentliche Leben zuiüGegenstände. Bei dem Werke Tasso’s ist es auffallend, dass esin merkwürdiger Weise mit dem Erfolg einer Dichtung zusammen-fällt, welche durch die Lächerlichkeit die letzten Erinnerungen andieselbe Ititterhchkeit, deren Ruhm unsterbhch gemacht war, ver-löschen will. Diese Zusammenstellung zeigt, wie die neue soziale Lagekeinen Erfolg von ähnlichen Unternehmungen erwarten liess. Da-gegen begegneten bei den Alten die Gesänge des Homer noch nachzehn Jahrhunderten denselben Stimmungen im Volke, wie bei denersten Kämpfen Griechenlands gegen Asien . Ein ähnlicher Gegen-satz zeigt sich bei dem Gedicht von Milton, der sich für die Er-hebung des christlichen Glaubens zu derselben Zeit anstrengte, wo