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Sechsundfünfzigstes Kapitel.
Protektion befreite. Die Einrichtung der Zeitungen erhielt einereale Wichtigkeit, wenn gleich sie nur eine literarische war; siegewährte den jungen Talenten eine anständige Stellung, und halffür die Verbreitung der Künste.
Während so das ästhetische Element mehr Unabhängigkeitgewann, unterlag es einer erheblichen Veränderung. Die Nach-ahmung des Alterthums war ein zu künstliches Prinzip, um langeVorhalten zu können. Der Fortschritt nach dem revolutionärenUebergaugszustand führte zur Würdigung des Charakters des neuensozialen Zustandes. Obgleich man diesen Charakter nur unbestimmterkannte, so erweckte er doch einen allgemeinen Widerwillen gegendie Nachahmung des Alterthums; alles was es bieten konnte, hattedas moderne Genie daraus gezogen, und die daraus hervorgegangenenMeisterwerke beweisen die Nothwendigkeit einer Erneuerung derKunst, um vollständigere und einmüthigere Eindrücke hervorzu-bringen. Das Streben nach poetischer Befreiung kennzeichnet sichnun durch die lange Erörterung jener Vergleichung der Alten mitden Neuern, welche zu einem wahren Ereigniss in der Geschichtedes menschlichen Geistes anwuchs. Ein solcher Streit, den dieVertheidiger der Neuzeit nach allen Seiten der geistigen Bewegungausdehnten, vollendete die Nichtachtung des alten Regiments. Dieästhetische Entwickelung erlitt gleichzeitig in England und Spanien einen Niedergang und diese Zeit weist nur in den auf das Privat-leben bezüglichen Dichtungen einen Fortschritt auf. Auch erstrecktesich dieser Fortschritt nicht auf die dramatischen Werke, wo Mo Her ebis jetzt ohne Nebenbuhler geblieben ist. In Bezug auf Werke,welche die Privatsitten episch darstellen sollten, und welche dieoriginellste und ausgedehnteste Gattung der modernen Leistungenbilden, erheben sich nun die Meisterwerke von Besage und Fiel-ding, und in spezieller Beziehung wird namentlich in Italien undDeutschland diese Zeit durch die Entwickelung der Musik gekenn-zeichnet.
Der zersetzende Zug der Kunst entwickelte sich in diesemZeitraum stärker und gleichzeitig mit dem Verfall des alten Regi-B ents. Die Philosophie übte einen hohen Einfluss auf die Kunstaus, indem sie ihr die Richtung und das Ziel bestimmte. DieseEpoche wird vorzüglich durch Voltaire bezeichnet, welcher an