Band 
Zweiter Band.
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Sechsundfünfzigstes Kapitel.

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der Spitze der philosophischen Bewegung stand und die wunder-bare Mannichfaltigkeit seines Talentes zu deren Verbreitung ver-wendete. Die Dichter und Künstler wurden die Führer der Oppo-sition gegen die rückschrittlichen Mächte. Difc verneinende Ent-wickelung, die schon von den Metaphysikern vorbereitet war,gestattete den mehr ästhetischen als philosophischen Geistern, sichder Leitung einer Bewegung zu bemächtigen, bei welcher sie eineThätigkeit fanden, die die eigentliche Kunst ihnen nicht mehr ge-währen konnte.

Nach dieser Prüfung der ästhetischen Entwickelung wende ichmich zu der wissenschaftlichen Bewegung, deren Untersuchungsich in Folge des ersten Theiles dieses Werkes leichter aus-fükren lässt.

Die katholische Verfassung begünstigte die wissenschaftlicheEntwickelung, indem sie einen ersten Grad spekulativer Thätigkeitdadurch wachrief, dass sie ihre Priesterherrschaft auf das Prinzipder persönlichen Fähigkeiten gründete und dem wissenschaftlichenEebep ausserordentliche Erleichterungen gewährte. Der geleimteBerber benutzte, nachdem er Papst geworden war, seine Macht zurBegründung der neuen Bezeichnung der Zahlen, die schon in dendrei vorhergehenden Jahrhunderten ausgearbeitet wordeu war. DieErziehung, welche die Geistlichen und eine Menge von LaienEmpfingen, regte die Geister zur Pflege der Wissenschaften an.Das Trivium oder dreijährige Studium, mit dem die Masse derSchüler sich begnügte, war, wie jetzt, rein literarischer und meta-physischer Natur; indess gingen die fähigeren Geister gewöhnlichbis zu dem Quadrium, welches die mathematische und astrono-mische Wissenschaft befasste.

Das Aufkommen der Scholastik begründete die Herrschaft desmetaphysischen Geistes. Diese geistige Revolution, deren Trag-weite noch wenig erkannt wird, war der Ursprung der wissen-8 chaftlichen Bewegung, die sich in einer lebhafteren Pflege dergriechischen und arabischen Kenntnisse kundgab und die Chemiebcrvorrief. Die scholastischen Entitäten, unter sich auf die allge-meine Entität der Natur verknüpft, begründeten zwischen denmnzelnen Wissenschaften eine gewisse Uebereinstimmung, die zu-gleich wissenschaftlich wie logisch war und welche nur unter dem