Band 
Zweiter Band.
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363
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Sechsundfünfzigstes Kapitel.

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Obgleich der wissenschaftliche Geist mit diesen Entdeckungenvollauf beschäftigt war, so unterhielt er doch einen entscheidendenKampf mit der herrschenden Philosophie. Die astronomischenEntdeckungen des Copernikus und Kepler , und selbst die desTycho de Brahe über die Kometen, standen mit dem Wesen dieserPhilosophie und ihren Sätzen so im Widerspruch, dass ein Zu-sammenstoss nicht länger vermieden werden konnte. Die Wissen-schaft musste nicht nur mit der Theologie sondern auch mit derMetaphysik kämpfen. Der Gegensatz trat im 16. Jahrhundert inmehreren Anzeichen hervor, namentlich durch die Kühnheit vonRamus, dessen trauriges Schicksal zeigte, dass die metaphysischenLeidenschaften nicht weniger wie der theologische Hass zu fürchtenwaren. Die Entdeckung von der zwiefachen Bewegung der ErdeWurde der Hauptgegenstand des Streites, nachdem Galilei daseinzige Bedenken gegen diese Bewegung gehoben hatte. Die ab-scheuliche Verfolgung, die sich an sein Andenken knüpft, war dasErgebniss des ersten unmittelbaren Zusammenstosses der Wissen-schaft mit der Theologie.

Die wissenschaftliche Entwickelung in dieser zweiten Periodemuss hier auf die grossen Fortschritte in der Mathematik undAstronomie zurückgeführt werden, welche sie kennzeichnet. Jeden-lulls ist der dritte Tlieil dieses Zeitraumes durch die ArbeitenGalilei’s über die Schwere bezeichnet, welche die Gesetze derverbreitetsten Vorgänge enthüllten und den Beginn der eigent-lichen Physik ausmachten. Die Biologie bereicherte sich damalsmit den Entdeckungen Harvey’s über den Blutumlauf und dieZeugung. Die sonderbare Hypothese des Descartes über dieMechanische Natur der Thiere zeigt deutlich den damaligen Zu-stand der physiologischen Ideen, die zwischen mechanischen Er-klärungen uttd ontologischen Begriffen hin und her schwankten.Eer positive Geist begann seinen sozialen Charakter und seinenEinfluss auf die Bevölkerungen zu zeigen. Die neuere Richtung,Welche nur den Lehren vertraut, die auf sachliche Beweise gestütztsind, nimmt am Ende dieses Zeitraums durch die Annahme derdoppelten Bewegung der Erde erheblich zu, und zwar schon einJahrhundert vor der Zulassung, welche das Papstthum derselbenltl inkonsequenter und überflüssiger Weise gestattete. In dieser