Band 
Zweiter Band.
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Sechsundfünfzigstee Kapitel.

die im letzten Jahrhundert in den historischen Darstellungen sichzeigt, wo die berühmtesten Arbeiten die soziale Entwickelung zuihrem Ziele nahmen. Auch dürfen die Arbeiten der Gelehrtennicht vergessen werden, welche sich der Aufhellung der wichtigstenPunkte der Geschichte in den interessanten Memoiren der altenAkademie der Inschriften und in der wichtigen Sammlung vonMuratori widmeten.

Der einzige Hauptbegriff, welcher wahrhaft diesem drittenAbschnitt angehört, ist der Begriff des Fortschrittes. Dieser Begriffergab sich aus der ganzen wissenschaftlichen Bewegung, die deut-licher wie jede andere den Begriff einer Fortschreitung darbietet,deren Theile einander mit NothWendigkeit folgen. Auch hattePascal den Begriff des Fortschritts definirt und zwar bei Betrach-tung der Geschichte der mathematischen Wissenschaften. Indesskonnte dieser Begriff so lange nicht sich völlig fruchtbar erweisen,als er nur durch eine theilweise Entwickelung bestätigt war. Durchein unglückliches 5lusammentrefen bestimmte die zersetzende Be-wegung alle Klassen der Gesellschaft seit dem 14 . Jahrhundert, dasMittelalter als eine rückwärtsgehende Periode anzusehen. Man begreiftdeshalb che Wichtigkeit des grossen Streites, den Fontenelle undPerault so glücklich gesteigert haben und welcher die blinde Hart-näckigkeit gewisser französischer Klassiker veranlasste, das Verdienstder modernen ästhetischen Entwickelung in Bezug auf die alte zuverkennen. Diese Streitfrage führte zu einer gründlichen Erörterung,bei dem die wichtigsten sozialen Ansichten hervortraten, obgleichBoileau und seine Genossen einen philosophischen Streit zu be-schränken suchten, bei dem sie fühlten, dass sie die verschiedenenSeiten desselben nicht aufrecht halten konnten. Fontenelle stütztesich auf (he wissenschaftliche Entwickelung und gab damit diesemStreit eine weise Richtung. Daraus ergab sich die Feststellungdes Begriffes des Fortschritts in so systematischer Weise, als dergrosse Irrthum in Betreff des Mittelalters es gestattete. Dieseangebliche Ausnahme von dem Gesetz des Fortschritts konnte nurdurch die Lehre von einer gleichzeitig geistigen und sozialenEntwickelung beseitigt werden, welche in diesem W T erke zuerstaufgestellt worden ist. Es wäre ungerecht, wollte man nicht denEinfluss anerkennen, der sich aus der wichtigen Lehre der politischen