Siebenundfiinfzigstes Kapitel.
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hunderte, welche dem Mittelalter gefolgt sind, hat dieser Zustanddurch eine doppelte Reihe gleichzeitiger und eng verbundener Vor-nahmen, von denen die einen negativ, die anderen positiv waren,die Zerstörung des alten Regiments vollbracht und die Entwicke-lung neuer sozialer Elemente verwirklicht.
Um die Bedeutung dieses wichtigen Fortschrittes zu erfassen,der zugleich revolutionär und neubildend war und welcher ebensowie die Begründung des Katholizismus und des Lehnswesens, ausdenen er hervorging, dem westlichen Europa angehörte, muss manzwei aufeinander folgende Zeitabschnitte unterscheiden, je nachdem unwillkürlichen oder systematischen Charakter, den die all-gemeine Auflösung oder die theilweise Neubildung aufweisen. Imersten, welcher sich von Beginn des 14. Jahrhunderts bis zu Endedes 15. erstreckt, ist die Auflösung des alten Regiments nur dasErgebniss des Gegensatzes in seinen Elementen. Die weltlicheMacht vernichtet in sozialer Hinsicht die geistliche Macht, indemsie zunächst die höchste Autorität der Päpste erschüttert undspäter die Einheit der katholischen Hierarchie. In derselben Zeitentwickelt sich der Kampf der beiden Elemente der weltlichenMacht in der Weise, dass die eine derselben schnell nach demUebergewicht hinstrebt. Während so alle politischen Kräfte ge-meinsam den monotheistischen Organismus zu zerstören suchen,treten die neuen sozialen Elemente dabei nur helfend ein undbemühen sich, sie für ihre eigene Entwickelung zu verwenden,Welche die Zersetzung beschleunigt. Das industrielle Leben ver-breitet und befestigt sich und entzieht die Masse der bürgerlichenBevölkerung dem Uebergewicht militärischer Sitten und feudalerBande. Es lässt das Unzureichende der theologischen Moral fürß in Gesellschaftsleben, das sie nicht voraussehen konnte, in stei-gendem Maasse erkennen. Die ästhetische Thätigkeit gelangtel mter dem Anstosse des Mittelalters bald zu bedeutendem Auf-schwung und ward schon der alten Ordnung feindlich. Alleinbald ward dieser Aufschwung gehemmt durch das Unzusammen-bängende und das Unsichere der sozialen Lage, welche das Be-bürfniss nach einer erkünstelten und unsichern Leitung erweckte,sich auf eine sklavische Nachahmung der Antike stützte. Diewissenschaftliche Entwickelung folgt noch der scholastischen Leitung