Band 
Zweiter Band.
Seite
418
JPEG-Download
 

418

Siebenundfünfzigstea Kapitel.

daraus die Erkenntniss der Richtung, welche der systematischenBewegung zu geben ist, damit sie mit der unwillkürlichen Be-wegung zusammentreffe.

Nachdem die Gebildeten in der Menschheit alle Gestaltungendes theologischen Lebens und selbst die verschiedenen Grade des meta-physischen Ueberganges durchschritten haben, gelangen sie zum Em-porkommen des positiven Lebens, dessen Elemente in einzelnenTheilen ausgearbeitet sind und nur noch einer allgemeinen Zusammen-stellung bedürfen, um ein neues soziales System zu begründen.Diese Zusammenstellung muss zunächst eine geistige, dann einemoralische und endlich eine positive werden. Es handelt sich umdie Beseitigung der der Kindheit des Menschengeschlechts an-gehörigen philosophischen Methode, um dafür die aufzustelleu,welche dessen Reife entspricht. Jeder Versuch, der nicht zu dieserQuelle zurücksteigt, bleibt ohnmächtig der Unordnung gegenüber,welche vorzüglich geistiger Art ist. Aber wenn dem so ist, wirddie Kenntniss des Gesetzes der drei Zustände zum Prinzip einersolchen Lösung, indem sie in dem System des menschlichen Wissenseine vollständige Harmonie durch das so herbeigeführte Ueberge-wicht der positiven Methode herstellt. Diese Methode will demGeiste des Ganzen und damit dem Gefühl der Pflicht, welchesdamit eng verknüpft ist, das Uebergewicht gewähren. Die Regelnder Moral sind gegenwärtig erschüttert, weil sie sich immer nochauf theologische Begriffe stützen, aber sie werden eine unwidersteh-liche Macht wieder erhalten, wenn sie an positive Ideen geknüpftwerden. In politischer Hinsicht kann die Erneuerung der Gesell-schaftslehre sich nicht vollziehen, wenn sie nicht in ihrer Voll-ziehung selbst eine neue geistliche Autorität sich erheben lässt,welche, nachdem sie das Wissen geregelt und die Sitten neu ge'formt, die Grundlage der neuen Herrschaft der Menschlichkeitwerden wird. So wird dasselbe philosophische System die Naturder höchsten Aufgabe entschleiern und zugleich das Prinzip derwahren Lösung bieten.

Nichts ist mehr zu bedauern als der verderbliche Irrthum,durch welchen alle Parteien und alle Schulen gemeinsam in blinderVerachtung die theoretischen Arbeiten für soziale Fragen zurück-weisen. Man bewilligt nur den praktischen Vorschlägen Aufmerk-