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Zweiter Band.
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472 Achtundfönfzigstes Kapitel.

seine Spekulationen mit den gemeinverständlichen Begriffen. Sienimmt, abgesehen von der Verschiedenheit der Grade, eine geistigeIdentität an, die der spekulativen Klasse nicht mehr gestattet, sichvon der Menge der Mitarbeiter zu isoliren. Jeder muss wissen, dasses sich, um einander ähnliche Fragen für dieselben Gegenständehandelt, welche aus analogen Vorgängen gezogen worden undjedermann nach entsprechender Vorbereitung zugänglich sind, ohneeine geheimnissvolle Weihe zu verlangen. Der verschärfte philo-sophische Geist will den natürlichen Sinn auf alle Gegenständeausdehnen, welche die Vernunft erreichen kann. Ueberall habendie Eingebungen der praktischen Weisheit die alten spekulativenGewohnheiten umgestaltet und che menschlichen Betrachtungen zuihrer wahren Bestimmung und zu den Bedingungen der Wirklich-keit zurück gerufen.

Die positive Methode ist, ebenso wie die theologische undmetaphysische Methode, das stete Werk der Menschheit, manschuldet sie keinem besonderen Erfinder; ihr hauptsächlichsterCharakter ist erkannt worden, seitdem die ersten gebräuchlichenUntersuchungen”auf ein bestimmtes Ziel gerichtet worden sind. Sienimmt als Muster jene natürliche Weisheit, welche die täglichenErfolge empfehlen, und beschränkt sich, sie zu verallgemeinern undzu systematisiren, indem sie dieselben auf abstrakte Spekulationenausdehnt, die sie in dieser Weise, bald nach der Natur der Auf-gaben, bald nach der Art der Lösung, allmählich erneuert.

Die Ueberlegenheit der Philosophie über den gesunden Menschen-verstand folgt aus der besonderen und fortgesetzten Aufmerksamkeitauf ein gemeinsames Studium. Diese Studien werden durch erstereauf einen abstrakten Zustand zurückgeführt, ohne den die Allge-meinheit und Zusammenstellung nicht erreicht werden könnte,welche den Werth wissenschaftlicher Lehren ausmachen. Das, wasden gewöhnlichen Geistern fehlt, ist weniger die Richtigkeit undder Scharfsinn für einzelne glückliche Vergleichungen, als die Fähig-keit, abstrakte Beziehungen zu verallgemeinern und zwischen ver-schiedenen Ideen einen vollkommen logischen Zusammenhang zufinden. Trotz der ursprünglichen Selbständigkeit der theologi-schen Philosophie hat dieselbe doch der übernatürlichen Einsichteiner Klasse von privilegirten Männern zugeschrieben werden