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Zweiter Band.
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Achtundfünfzigstes Kapitel.

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müssen, ohne dass dabei die öffentliche Vernunft geholfen hätte.Dagegen bildet die Verbindung aller denkenden Menschen mitder spekulativen Klasse eines der wesentlichen Kennzeichen derneuen Philosophie. Daraus erhellt zu welchem Eindringen indie Gesellschaft ein spekulatives System bestimmt ist, dassich als eine blosse Verstärkung gewöhnlicher Weisheit dar-bietet.

Die positive Philosophie unterwirft alle Vorgänge, die orga-nischen wie die unorganischen, die physischen wie die morali-schen, die des Einzelnen oder der Gesellschaft, unveränderlichenGesetzen, ohne welche jedes Voraussehen unmöglich ist und dieWissenschaft eine blosse trockene Gelehrsamkeit bleiben müsste.Die menschliche Vernunft ist zu keiner Zeit dem theologischenRegiment völlig unterworfen worden. Während der langen Kind-heit des Menschengesclilechts bildeten solche einzelne oder unbedeu-tendere Vorgänge, für die das Dasein von Regeln nie verkannt werdenkonnte, nur eine Ausnahme; man meinte, dass diese Vorgänge durchdie willkürliche Dazwischenkunft leitender Wesen häufig unter-brochen würden. Die Naturgesetze wurden zuerst bei den leichtengeometrischen Studien zugelassen, namentlich bei den Zahlen, diein Betracht ihrer höheren Abstraktheit und scheinbaren Nutzlosig-keit freiwillig dem Gebiet des theologischen Glaubens entzogenworden sind. Solche Gesetze wurden dann später auf astronomi-sche Begriffe ausgedehnt, welche, in ihren wichtigsten Gestaltungendie grössten geistigen Revolutionen der Menschheit zu bezeichnen, be-stimmt waren. Diese Ausdehnung hat den Polytheismus in den Mono-theismus umgestaltet und den Verfall der ersten Philosophie ein-geleitet. Jedenfalls konnte nur durch das Uebergewicht einersolchen religiösen Form das Prinzip der Naturgesetze wahrhaftin das Volk eindringen. Namentlich im Mittelalter und derenletzter Periode drang es mit Hülfe astrologischer und alchemi-stischer Begriffe in che physikalischen und chemischen Studien ein.

Die scholastische Vermittelung hat die Entwickelung desleitenden Willens festen Regeln untergeordnet, der so von allenVorgängen ausgeschlossen wurde, bei welchen solche Regeln entdecktWerden konnten. Dieser Kunstgriff hat das Hervortreten des posi-tiven Prinzips geschützt, welches während der letzten zwei Jahr-