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Zweiter Band.
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Achtundfünfzigstes Kapitel.

selbst die der Geometrie, beruhen nur auf einer verständigen Beob-achtung. Die logische Vollkommenheit besteht wesentlich darin,dass auf dem einem dieser Wege das bestätigt wird, was auf demandern gefunden worden ist. Indess enthält jede Wissenschaftwesentliche Begriffe, die nur aus einem dieser beiden Verfahrenhervorgehen, ohne dass sie deshalb weniger gewiss sind. Die Vor-theile beider wechseln nach der Natur des Falles. Die Deduktionverdient in der Regel bei den Untersuchungen innerhalb des Be-sonderen den Vorzug und die Induktion für die allgemeinen Ge-setze. Der Missbrauch der letzteren führt leicht zur Ausartungder Wissenschaft in eine Sammlung unzusammenhängender Gesetze,und die übertriebene Benutzung der Deduktion schadet der Nütz-lichkeit, Bestimmtheit und selbst der Wahrheit der Spekulationen.

Die Betrachtung der positiven Philosophie, insofern sie dasStudium der Gesetze der Harmonie und der Zeitfolge zum Gegen-stände hat, führt zur Hervorhebung der beiden entsprechendenEigenschaften jedes Gegenstandes, nämlich der logischen und derwissenschaftlichen. Die erstere besteht in einem Uebergewicht derBeobachtung über die Phantasie. So lange der theologische Zu-stand ohne Einschränkung bestand, d. h. bis zu dem Uebergewichtdes Monotheismus, wurden die dem Menschen unzugänglichen Er-mittelungen, welche den menschlichen Geist in Anspruch nahmen,durch Offenbarung geleitet, an denen die Phantasie allein Antheilhatte, ohne dass die Beobachtung hier eine Prüfung vornehmenkonnte, weil das Dasein von Naturgesetzen noch nicht gewusstwurde.

In dem metaphysischen Zustande, dessen Uebergewicht mitder vollen Entwickelung des Monotheismus begann, ist die Phan-tasie nicht allein die Herrin, und auch die Beobachtung ist esnicht, sondern das Beweisen führt das Regiment. Das Denkenbehandelt weder che Erdichtungen noch die wirklichen Dinge,sondern blos die Entitäten. In diesem vorübergehenden Zustandist die Natur der Untersuchungen nicht verändert; Erwägungena priori, die unabhängig von aller Beobachtung sind, leiten nochimmer che hohen Spekulationen. Die Verlängerung dieses un-sicheren und zweideutigen Regiments enthält für die Entwickelungder modernen Vernunft die grösste Gefahr, da sie zwar die theo-