Band 
Zweiter Band.
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Achtundfünizigates Kapitel.

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aber sie ist weniger bestritten. Selbst in den Zeiten, wo die Phan-tasie in der Philosophie herrschte, hat sich der dichterische Geistdem philosophischen Geiste untergeordnet, ohne seine Selbständig-keit dabei aufzugeben. Dies ist ein Ergebniss der Beziehung,die in allen Arten das Gefühl des Schönen mit der Kenntniss desWahren verknüpft und welche das Ideal der Gesammtheit der Be-dingungen unterstellt, die in der betreffenden Zeit für die wissen-schaftliche Wirklichkeit zugelassen sind.

Ich habe noch einer anderen Eintheilung zu gedenken, welcheich vom Beginn dieses Werkes zwischen der abstrakten und kon-kreten Wissenschaft aufgestellt habe. Diese Eintheilung hat inner-lich schon seit den letzten zwei Jahrhunderten die wissenschaft-liche Entwickelung geleitet. In der That konnte die konkreteWissenschaft in jedem Zweige nicht rationell behandelt werden,so lange die abstrakte Wissenschaft bei allen Arten von Vor-gängen nicht genügend entwickelt war. Nun ist diese Bedingungerst in unseren Tagen erfüllt worden und nur in diesem Werke.Deshalb ist es nicht wunderbar, dass die seit Bacon entwickeltenwissenschaftlichen Spekulationen abstrakt gewesen sind. Die posi-tive Methode muss in ihrer Anwendung immer auf einer solchenTrennung beruhen, ohne welche die beiden vorgehenden ungenügendbleiben würden. Eine allmähliche Abstraktion hat allein zu demphilosophischen Fortschritt geführt und kann allein ihn ausdehnen,indem sie zunächst die praktischen Forderungen, dann die ästhe-tischen Eindrücke und zuletzt die konkreten Bedingungen be-seitigt, um allmählich den einfachsten, allgemeinsten und höchstenGesichtspunkt auszubilden, über den hinaus die vernünftige Er-wägung nicht gehen kann, ohne in eine leere Ontologie zu ver-fallen. Wenn dieser dritte Grad von Abstraktion, der sich aufdieselben logischen Beweggründe, wie die vorgehenden stützt, diesenicht vervollständigt hätte, würde die positive Philosophie unmög-lich geblieben sein. In den einfachsten Vorgängen und selbst inder Astronomie konnte kein allgemeines Gesetz aufgestellt werden,so lange die Körper nur in ihrer ganzen konkreten Existenz be-trachtet wurden; der wichtigste Vorgang musste durch eine ein-sichtige Analyse von ihnen abgetrennt werden. Namentlich istdiese logische Vorschrift für die soziologischen Lehren anwendbar.