Band 
Zweiter Band.
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485
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Achtundiünizigstes Kapitel.

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lu der ersten Hinsicht haben die sechs Theile dieses Werkesdie Unabhängigkeit der Theorie von der Praxis als die nächste Be-dingung für die geistige Entwickelung dargelegt. Her theoretischeGeist kann sich zu der Allgemeinheit, die seinen Werth ausmacht,nicht erheben, als indem er sich zu einem Gesichtspunkt analyti-scher Abstraktion erhebt, welcher gestattet, das, was die einzelnenPalle gemeinsames enthalten, von dem zu trennen, was sie ver-schiedenes haben. Schon deshalb ist dieser Gesichtspunkt der Wirk-lichkeit mehr oder weniger entgegengesetzt. Umgekehrt ist derpraktische Geist in Folge seiner Spezialität bei jedem Falle alleinder wirkliche und ganze, aber dabei der am wenigsten zur Aus-dehnung der Beziehungen geeignete. Hie Herrschaft des prakti-scheil Geistes hätte die Erstickung des geistigen Fortschritts zurFolge und das Uebergewicht der Theorie würde nicht wenigerschädlich sein, da es jedes praktische Unternehmen an seiner ge-nügenden Vollendung hemmen würde. Her wissenschaftliche oderphilosophische Stolz hat oft gemeint, dass man die praktischenArbeiten ausserhalb jeder unmittelbaren und freiwilligen Kultursystematisiren könne. Solche Meinung beruht auf der unsinnigenUebertreibung der Tragweite der theoretischen Mittel, deren an-scheinende Macht immer voraussetzt, dass die Fragen in eine ab-strakte Form gebracht seien, der von dem konkreten Fall zu ent-fernt ist, tun den Bedürfnissen der Praxis zu genügen. Hies zeigtsich in der Ohnmacht der mathematischen Lehren bezüglich dergeringsten technischen Arbeiten. Her praktische Geist [muss immerdas oft sehr verwickelte Ganze bei jeder einzelnen Unternehmungleiten, indem er die gegebenen wissenschaftlichen Sätze unter dieElemente seiner besonderen Kombinationen aufnimmt. Jede Unter-ordnung der Praxis unter die Theorie, welche dieses Maass über-sclireitet, würde zu schweren Störungen führen. Uebrigens strebtdie Natur der modernen Oivilisation dergleichen Konflikte zu be-seitigen, indem sie mehr und mehr eine solche Theilung entwickelt.Hie Gründung der Soziologie vervollständigt hierbei die früherenBürgschaften, indem sie eine gleiche Trennung für den wichtigstenFall einrichtet.

Hie Theilung zwischen Kunst und Wissenschaft ist wenigerbestimmt, als die zwischen der Spekulation und dem Handeln;