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Neunundfünfzigstes Kapitel.
Daseins die Zahl der Abtheilungen der Physik vermehren, diejetzt deren fünf hat; denn die Mannichfaltigkeit muss nichtallein den so studirten Arten entsprechen, sondern auch un-seren organischen Mitteln der Erforschung. Zwei Zweige derPhysik wenden sich blos an einen Sinn: der eine an dasGehör, der andere an das Gesicht; sie können deshalb nicht ineinen Zweig vereinigt werden; die drei anderen wenden sichgleichmässig an das Gesicht und an das Gefühl; indess wird wohlauch Niemand die Wärme- oder Elektrizitätslehre für eine Ver-schmelzung mit der Schwere oder unter einander für geeignet halten.
Uebrigens ist die Zahl unserer Sinne nicht gegen alle Un-sicherheit geschützt. Unglücklicher Weise ist die Lehre der Sinnes-empfindungen den Metaphysikem überlassen worden und noch indem Zustande der Kindheit. Eine rationelle, zugleich anatomischeund physiologische Untersuchung würde z. B. die Gefühle derWärme und des Druckes unterscheiden lassen, welche gegenwär-tig, vielleicht mit noch anderen, in dem Gefühlssinn zusammen-gefasst sind, welcher trotz seines klassischen Ruhms der Schärfedoch alle Empfindungen zu sammeln scheint, die keinen bestimmtenSitz haben. Zwei unserer Sinne, der Geruch und Geschmack,werden in der Chemie sehr benutzt, aber finden in der Physikkeine Anwendung. Jeder von beiden, und namentlich der Geruch,hätte schon sein besonderes Gebiet erhalten, wenn unsere nervöseOrganisation in dieser Beziehung so vollkommen wäre, wie dievieler höheren Thiere. Umgekehrt wären die Optik und dieAkustik vielleicht unbekannt, wenn unser Gesicht und Gehör aufdem niedrigen Grad unseres Geruchs ständen. Die Art der un-organischen Existenz, welche von dem Geruch empfunden wird,scheint in der That nicht weniger verschieden von den Arten zusein, welche die zwei anderen Sinne erregen, als diese es untersich sind, wie dies das Bestehen des Gehörs in der ganzenReihe der Thiere beweist. Trotz der Hindernisse, welche die Un-vollkommenheit unseres Organismus der Entwickelung des ent-sprechenden Zweiges der Physik immer entgegenstellen wird,würde eine durch sinnreiche Instrumente unterstützte Forschungsie doch ohne Zweifel überwinden können. Auch würde es wohlnicht unmöglich sein, zu diesem Zweck mit den Tkieren, welche