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Sechzigstes Kapitel.
darf nicht mehr die Versuche der Verbesserung lähmen, als es beidem Leben des Einzelnen die Gewissheit einer unvermeidlichenAuflösung thut, selbst wenn solche sehr nahe ist. Es wäre ver-geblich, wollte man den letzten Charakter des philosophischenGeistes bestimmen, welcher immer geneigt sein wird, jedes Geschickohne eitle Hoffnungen für unvermeidlich zu erachten, wenn dieZeit des Verfalls näher rücken wird, und damit dessen Bitterkeitzu versüssen und die Würde der Menschheit aufrecht zu erhalten.Es kommt nicht denen, welche kaum aus dem Kindesalter heraus-treten, zu, für ihr spätes Alter zu sorgen und diese vermeintlicheWeisheit wird noch weniger für das Gesammtleben gelten können,wie für das Einzelleben.
Rücksichtlich der praktischen Kenntnisse wird die neue Philo-sophie die vollkommenste Harmonie zwischen dem thätigen unddem spekulativen Gesichtspunkt begründen, indem sie beide dem-selben philosophischen Geist unterordnet. Die praktische Thätig-keit ist bis jetzt mehr oder weniger durch abergläubische Bedenkengedrückt, oder durch chimärische Hoffnungen irre geführt worden,nunmehr wird sie durch das Uebergewieht der Positivität angeregtwerden, welche alle gebräuchlichen Vornahmen einer systematischenBeurtheilung unterwerfen wird. Die Ausdehnung der Industriewird nicht minder kräftig für die Anerkennung der Ueberlegen-heit der Wissenschaft über die frühere Verfassung der mensch-lichen Spekulationen wirken. Das Bewusstsein der Thätigkeitund das des Voraussehens wird gemeinsam wirken und einesolche enge Verbindung wird die neue Philosophie volkstüm-lich machen, 'denn jeder wird in ihr der Anwendung derselbenMethode für alle dem Wissen erreichbaren Gegenstände begegnen.Diese verschiedenen Einwirkungen werden hauptsächlich in denbeiden schwierigsten und wichtigsten Thätigkeiten erkennbar werden,nämlich in der medizinischen und in der politischen Kunst.
Nach dieser Prüfung der wissenschaftlichen Eigentümlich-keiten des positiven Geistes wende ich mich zu der Untersuchung,seiner Fähigkeit, die menschliche Moralität zu befestigen und zuvervollkommnen.
Die verderbliche Scheidung, welche sich während des mo-dernen Uebergangs zwischen den geistigen und moralischen Be-