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Sechzigstes Kapitel.
Einfluss üben, als es je, selbst bei dem monotheistischen Stand-punkte, die religiöse Moral trotz der mächtigen Hülfsmittel gethanhat, über die sie verfügen konnte. Der anfängliche Grad, als Grund-lage für die ganze moralische Entwickelung aufgefasst, wird demErmessen der persönlichen Klugheit entzogen sein, um den ge-sammten öffentlichen Vorschriften einverleibt zu werden. Die Altenhaben ein solches Ergebniss nicht erreichen können, obgleich siedessen Wichtigkeit geahnt haben, und selbst der Katholizismus hates ungenügend verwirklicht, weil er sich ein eingebildetes Ziel setzte.Indem man die augenblicklichen Gefahren einer freien Entsagungauf chimärische Hoffnungen übertrieb, hat man die Vortheile zusehr verkannt, welche die Vereinigung aller menschlichen Kraftauf das wirkliche individuelle und gemeinsame Leben ausübt. Dannist jeder genöthigt, die ganze Oekonomie durch die ihm eigenenMittel zu vervollkommnen, unter welchen die Regeln der Moralden ersten Rang einnehmen müssen, weil sie das Zusammenwirkengestatten, in welcher die grösste Macht des Menschen besteht. Einegesunde Prüfung der menschlichen Natur, in welcher ursprünglichfehlerhafte und missbräuchliche Neigungen vorherrschen, wird Alleverpflichten, über ihre Neigungen eine weise Aufsicht zu führen,um sie nach ihren Richtungen bald anzuregen, bald zu hemmen.Die Stellung des Menschen als Haupt der wirklichen Oekonomienöthigt ihn ohne Unterlass mittels verständiger Uebung zur Ent-wickelung der Eigenschaften, welche ihn an die Spitze der Rang-ordnung der lebenden Wesen stellen. Der berechtigte Stolz, welcherdas Gefühl einer solchen Stellung erwecken wird, und welcherder so sehr geheiligten Unterordnung des Menschen unter die Engelnachfolgt, lässt keine gefährliche Gleichgültigkeit aufkommen; denndasselbe Prinzip wird ein Muster der Vollkommenheit aufstellen,unter dem jeder, wie er leicht fühlen wird, stets bleiben wird,wenn auch andauernde Anstrengungen immer näher zu dem-selben führen werden.
Bezüglich der häuslichen Moral vermag die positive Philosophieallein die gefährlichen Irrthümer zu zügeln, welche die Meta-physik hier hervorgerufen hat. Gerade bei der häuslichen Ver-einigung wird sie empfinden lassen, wie natürlich die sozialenBeziehungen sind, weil sie sich mit der Weise der Existenz ver-