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London und Umgebungen : Handbuch für Reisende / K. Baedeker
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1. Sprache, Geld, Zeit, Paß, Zoll.

Für eine Reise nach England ist eine wenn auch nur ober-flächliche Kenntnis der englischen Schriftspracheunerläßlich. An sie wird sich bald der Hausbedarf der Konver-sations-Sprache anreihen. Es giebt zwar in London ganz deutscheGasthöfe, in denen man leben kann, ohne ein Wort Englisch zu verstehen oder zu sprechen; aber schon mit dem ersten Schrittauf die Straße steht man hilflos da.* 1 - Was sich da zur Ifilf-leistung darbietet, darf nur mit größter Vorsicht angenommenwerden (vgl. S. 5).

Geld. England ist das einzige größere Land in Europa , das inseinem Münzsystem die Decimaleinteilung nicht durchgeführt hat.Die englischen Goldmünzen sind der Sovereign oder das Pfund (d.hPf. Sterling; l. =-livre) zu 20Shilling,und derHalf-Sovereign; Silber-m Unzen die Crown (Krone = 5 Shilling), die Half-Crown, der Double-Florin (4 Shilling; selten), der Florin (5 Shilling), der Shilling (s.)zu 12 Pence, Six'penny- und Threepeniiy-Stücke; Bronzemünzender Penny (d., lat. denaiius; 12d, = 1 Shilling), der Halfpenny ((Vh )nnd der Farthing (74<L)- ~Di6 (Tulhea (ll. 1s.) wird hei Rechnungen(z. 11. für ärztliches Honorar n. a.) hier und da noch gebraucht,kommt aber als Geldstück nicht mehr vor. Ein Sovereign hatungefähr den Wert von 20 Mark (zuzüglich 30-40 Pfennig Agio),5 amerikan. Dollars, 25 Francs oder 12 österr. Gulden. Die Bank von England giebt Noten von 5, 10, 20, 50, 100 und mehr Pfundaus, die für größere Zahlungen zweckmäßig sind; für den gewöhn-lichen Verkehr ist, da das "Wechseln zuweilen Umstände macht,Gold vorzuziehen. Die Nummer jeder Banknote notiere man sich,da hierdurch eine entfernte Möglichkeit gegeben ist, sie in Ver-lust- oder Diebstahlsfällen wiederzuerlangen. Ausländisches Geldhat in England keinen Kurs und muß* gegen englisches um-gewechselt werden; da dies aber stets mit erheblichem Kursverlustverbunden ist, so nimmt man besser englisches Geld, Kreditbriefeoder Checks von großen Bankhäusern von Hause mit. Man tragenicht meliT Geld bei sich, als man für die Tagesausgaben braucht,und stecke Gold- und Silbermünzen von ziemlich gleicher Größe(z. B. Sovereigns und Shillinge) nicht in dieselbe Tasche.

Die Kosten eines Aufenthalts in London richten sich natürlichnach dem Auftreten und der Lebensweise des Reisenden. Wer ineinem vornehmen Hotel wohnt, die Theater etc. besucht, viel fährtnnd sich dabei der Cabs oder Flys statt der billigen Eisenbahnenoder Omnibus bedient, muß auf eine tägliche Ausgabe von 30-40s.und mehr rechnen. Dagegen wird der Reisende, der sich in be-scheidenem Verhältnissen bewegt und nicht um elegant zu leben,sondern um die Sammlungen nnd sonstigen Sehenswürdigkeiten

Bmdekers London. 13. Aufl. 1