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Geschichte des Landes Glarus / von Gottfried Heer
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V. Hlarus mrö vollberechiigtes Hlieö öer acht alten Arte.

(1388-1450).

Nach drr Schlacht vom 9. April 1388 hatten die Glarner als-bald Boten nach Zürich (Wohl auch nach Schwyz und Uri) gesandt,welche ihren Bundesgenossen die frohe Botschaft von dem erfochtenenglänzenden Siege überbrachten und sie zugleich ersuchten, ihnen für dieEroberung von Wesen behilflich zu sein. Schon am Tage der Schlachtwären die Glarner gewiß allzu gerne in Wesen eingedrungen, umdie Ermordung ihrer Brüder zu rächen. Der Einsturz der Magbrückeund die verschlossenen Tore hinderten sie daran. So sollte denn jetztmit Hilfe der Zürcher und der andern Eidgenossen das Städtchen sobald wie möglich genommen werden. Denn vorher konnten die Glarner nicht ruhig werden, ehe Wesen sich in ihrer Hand befand. Das Städtchenwar aber nach damaligen Verhältnissen Wohl bewehrt; erst vor wenigJahren hatte Herzog Leopold seine Befestigungen noch verstärkt. Des-halb wünschten sich die Glarner vor allem die Zürcher mit ihrem „Züg",d.h. den für Belagerung von Städten und Schlössern nötigen „Katzen'),Blhden und anderm Werkzeug". Freudig folgten auch die Zürcher derEinladung der Glarner . Schon am Morgen des 11. April brachenderen 700 „wohlbezügt" (wohlausgerüstet) auf, um den Glarnern fürdie Eroberung von Wesen behilflich zu sein. Aber schon in Richterswil traf sie eine zweite Botschaft der Glarner , ihr Erscheinen sei nicht mehrnötig, Wesen sei schon gewonnen und zerstört, nicht durch die Handder Glarner , sondern durch einen Brand.

') Sturmdächer, unter deren Schutz die Angreifer au die Stadtmauer heranrückenund soviel wie möglich die Mauer durchlöchern sollten.