14 Route 6.
Wallanlagen .
volle Neubauten sie auch modernen Großstädten in würdiger Weiseanreihen.
789 weihte der h. Willehad (t 789) an dem von ihm zum Bischofssitzbestimmten Orte Bremen die Peterskirche, einen Holzbau. Erster Bischofvon Bremen war Willerich (+ 837) 5 858 vereinigte der h. Anskar Bremen mit dem Erzbistum Hamburg} seitdem blieb Bremen erzbischötl. Resi-denz. Nachdem unter dem Schutze der den Erzbischöfen im x. Jahrh.verliehenen Privilegien Handel und Schiffahrt sich gehoben hatten, wußtedie Stadt sich im xin. u. xiv. Jahrhundert der erzbischöflichen Gewaltmehr u. mehr zu entziehen. Sie trat der Hansa bei, blieb aber langeein sprödes Mitglied derselben-. 1285 wurde sie förmlich ausgeschlossenund erst 1385 wieder aufgenommen, doch auch später noch wiederholt„verhaust“. 1522 nahm Bremen die Reformation an und verteidigte sich1547 tapfer gegen eiu kaiserliches Heer. Ebenso leistete die Stadt 1666mannhaften Widerstand gegen die Schweden , welche seit dem westfälischenFrieden im Besitz des Bistums waren, und bewahrte sich ihre Stellung alsfreie Reichsstadt. Seinen gegenwärtigen Aufschwung verdankt Bremen be-sonders der Gründung Bremerhavens (S. 19) durch den hochverdientenBürgermeister Smidt (+ 1857). Seit 1888 gehört Bremen dem Zollverein an.Jährlich kommen und gehen c. 4500 Seeschiffe mit rund 2 V 3 Mill. Reg.-Tons; der Wert der Einfuhr betrug 1889 663 Mill. Mark, der der Ausfuhr628 Mill. Mark} Hauptartikel Tabak, Petroleum, Reis, Getreide, Wolle,Baumwolle. Bremens Rheder hatten Ende 1889 : 338 Schifte mit 348453Reg.-Tons in See, darunter 118 Dampfer, von denen 81 für transatlantischeLinien Verwendung linden. Für die Auswanderung ist Bremen einer derbedeutendsten Plätze (1890: 141425).
Den schönsten Schmuck der Stadt bilden die *Wallanlageii,die seit 1815 an Stelle der früheren Festungswälle die Alte Stadtumgeben und von der Vorstadt trennen; sie sind ein Werk Alt-manns, dessen Büste (von Kropp ) auf dem Wall auf einer Bastionnahe dem Doventhor (PI. 0 3) steht. — Sechs Übergänge, welcheihre Namen nach den ehern. Thoren führen, überschreiten denGraben. Dem Bahnhof zunächst das Heerdenthor (PI. E 4); östl.davon das Bischofsthor (Pl. E 5), in dessen Nähe das Theater (PI.23), 1843 erbaut, 1863 erneuert: westl. vom Heerdenthor das Ans-gariithor (Pl. D 4). In den Anlagen unweit des ersteren eine Mar-morvase, mit Reliefs von Steinhäuser, den früher jährlich statt-findenden sog. „Klosterochsenzug“ darstellend. — Beim Ansgarii-thor das 1875 enthüllte * Denkmal für die 1870/71 gebliebenen Bre-mer (Pl. D 3), von Prof. Keil in Berlin : auf rundem Granitsockel,mit den Namen (58), die trefflich aufgefaßte Bronzegestalt einessiegreichen jugendlichen Kriegers, am Sockel Bronzerelief, dieSchlacht bei Sedan. — Vom Ansgariithor führt die Kaiserstraßenach der Kaiserbrücke: s. S. 18.
Das Ilauptleben Bremens bewegt sich auf den drei in derAltstadt nahe bei einander gelegenen Plätzen Domshof, Domsheideund Markt, von welch’ letzterem auch die beiden wichtigstenStraßen, die Langenstraße, mit der Stadlwage , einem Ziegelhau-steinbau von 1587, u. a. Gebäuden aus dem xvi. Jahrh., und dieObernstraße (S. 17) ausgehen.
Am *Markt (Pl. I) 5) das Rathaus, die Börse, der Schüttingund einige hübsche altere Privath'äuser.
Das *Rathaus (Pl. 19) ist im Kern got., 1406-10 aufgeführt.