16 Route 6.
Dom.
nimmt das große Gemälde von Janfien , „die Kolonisation der Ost-provinzen durch die Hansa “, ein. Gegenüber eine Statue derBrema, von Kropp . Börsenstunde 1 Uhr.
Westl. von der Börse, dem Ratbaus s. gegenüber, der 1538-94erbaute Schütting (PI. 20), Versammlungsort der Handelskammer.— N.w. die Liebfrauenkirche (PI. 14), aus demxn. u. xiii. Jahrh.,die Westfront ist gegenwärtig in Restauration begriffen. — Dasgroße n.ö. an das Rathaus angebaute neuere Gebäude ist das Stadt-haus (PI. 22).
Zwischen Rathaus, Börse und Dom der Willehadi-Brunnen ,mit der Figur des h. Willehad (S. 14).
Der *Dom (PI. 12: EÖ), 103ml., 40m br., 31m h., rührtin seinem Kern (Pfeilerbasilika mit doppeltem Chor) von einemum 1050 nach dem Vorbild des Domes von Benevent begonnenenBau her, der im xiii. Jahrh. mehrfach umgestaltet wurde. Das n.Seitenschiff, von gleioherHöhewiedasMittelsehiff, ist im xvi. Jahrh.angefügt worden. 1638 stürzte der südl. Turm ein, der nördl.brannte 1767 ab; mit dem Wiederaufbau der Türme und Her-stellung der Nordfront ist 1888 begonnen worden.
Das Innerk (Umgang durch die Wohnung des Küsters, Sandfltraße 9)ist hergestellt und für den luth. Gottesdienst eingerichtet. An der Orgel-bühne gute Reliefs , um 1Ö00 gefertigt, Karl d. Gr., St. Willehad mit demModell de,s Domes, Bischöfe u. a. Die neue Orgel ist vorzüglich. Diemodernen Glasfenster sind in 'Nürnberg gefertigt. Die Kanzel , von 1654,ist ein Geschenk der Königin Christine von Schweden . In dem s. niedrigenSeitenschiff ein Taufbecken von Bronze aus dem xi. Jahrh. — Ebendaführen einige Stufen in den wenig tiefen Bleikeller (hier wurde das Bleifür die Dachbedeckung gegossen), welcher einige unverweste lederartigeingetrocknete Leichen birgt, die älteste 400, die jüngste 100 J. alt. DieseEigenschaft des Gewölbes ist heute noch ungeschwächt, wie das aufge-gehängte eingetrocknete Geflügel beweist.
Am Domshof (PI. E 5), dem großen Platz n. vom Dom, dasim Innern prächtig dekorierte Museum (PI. 17), geselligen Zweckengewidmet (Einführung erforderlich). — Der nahe Rutenhof, ein1875 aufgeführtes Mietshaus, enthält in dem hübschen Arkaden-hof oben (stets zugänglich) einen Freskenfries aus der deutschen Geschichte von Arthur Fitger . — An der S.O.-Ecke des Platzes,neben dem Dom, das St. Petri-Waisenhaus, dessen Betsaal 1883von A. Fitger mit einem Fries geschmückt worden ist, den vonEuther in dem bekannten Brief an seinen Sohn Hänschen ge-schilderten „goldenen Garten“ darstellend (Eintritt gestattet gegeneine Gabe zum Besten der Anstalt). — Zwischen Katharinen- undSögestr. die Stadtbibliothek (PI.21 ; 100000Bde.; tag].11-1, Mitt-woch auch 3-5 bezw. 4-6 Uhr).
An die Südseite des Domes schließt sich das Gebäude desKünstlervereins (Pl. 10: EÖ), got. Stils, von Heinr. Müller; imzweiten Stock des neuen Flügels sehr beachtenswerte naturhist.Sammlungen, mit reicher oruithologischer u. ethnographischer Ab-teilung (Eintritt So. Di. Do. 11-1, vom 1. April bis 30. Sept.auch Mi. 4-6 Uhr, frei).