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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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Inseln.

NORDERNEY .

9. Route. 27

dips and out“, man mag aber je nach der Konstitution bis zu 10 Minutendarin bleiben. Kegel sei, zu baden, d. h. sicht von den Wellen duschen zulassen, bis man sieb erwärmt t'üblt ; man warte aber nicht bis ein zweiterSchauer folgt, sondern gebe hinaus während man sich noch erregt fühlt(der eine oder andre verträgt überhaupt das Seebad nicht 5 man ziehe dannsogleich den Arzt zu Kate). Nach jedem Bade gehe man eine Zeit langam Strande spazieren. Vgl. Fromm , Über Seebäder (Ufa M).

Ärzte: Geh. Sanitätsrat Br. Fromm , aus Berlin ; Sanitätsrat Br. Kruse;Br. Thaiheim , kgl. Badeärzte; Br. Bode (Kinderhospiz). — Post und Tele-graph: Strandstr. ; Badekommissariat, im Konversationshaus; Badein-spektion, Badekasse und Polizei westl. am Konversationshaus.

Norderney , 10km lang, 2-3km breit, mit 2900 Einw., ist diebevölkertste der ostfriesiseben Inseln, wie diese alle kahl undsandig, mit geringem Baumwuchs. Der Ort, in der S.W.-Ecke derInsel gelegen, ist das besuchteste deutsche Seebad (c. 16000 Bade-gäste jährl.), wozu es ausgezeichneter Strand, gutes Trinkwasserund mildes Klima befähigen. In neuester Zeit ist auch eine Winter-kur namentlich für Skrofulöse und Brustleidende eingerichtet.

Am Südende des Orts t liegt das von Rasenplätzen, Blumen-beeten und Gebüsch umgebene Konversationshaus; in der Nähe derBazar , das alte und das neue Warmbadehaus , das große Logierhaus.— Vom Logierhause nach Osten erstreckt sich die Marienstraße ,mit Aussicht auf die ostfriesiseke Küste und die Rhede (zurBchanze s. unten), nach Nordwesten auf der Düne die Viktoria-straße, mit Aussicht nach dem Meer. An ihrem Ende das Strand-etablissement, mit halbkreisförmiger Glashalle nach dem Meere zu.Nahebei die Marienhöhe, mit Pavillon (hinter der Anhöhe ein Cafe),und weiter die Viktoriahalle (Cafe). An der Kaiserstraße , ebenfallsmit der Front nach dem Meer, die Bremer Logierhäuser und zahl-reiche komfortable Neubauten.

^ Hauptvereinigungsplatz der Badegäste ist morgens und abendsder Strand: im N.W.,bei der Viktoriahalle, der Damenstrand (bis2 Uhr, so lange die BadeÜagge weht, für Herren unzugänglich),im N. der Herrenstrand; an letzterem die „Giftbude“ (S. 26). Vonder nahen Georgshöhe , mit Sturmsignal, hübscher Rundblick. Süd-lich von hier, in den Dünen, das stattliche Nationalhospiz, für250 Kinder, 1886 eröffnet. Am Strand, 1/2 St. von der Giftbude,die Rest. WWielmshöhe (noch weiter die Weiße Düne, S. 28).

Die Insel ist auf drei Seiten von Biinen umgeben, einer Reihe 10-iömhoher Sandhügel, welche ihre Entstehung dem vom Winde aufgewühltenSeesand verdanken und das Land gegen den Andrang des Wassers schützen.Sie sind zum Teil mit einer eigenen Grasart, dem Helmt , bewachsen. ZumSchutze gegen die Abspülung durch das Meer ist das aus Quadern er-baute Dünenschutz werk neuerdings beträchtlich verstärkt worden.

Am östl. Ende der Marienstr. liegt die Schanze , von den Franzosen imJ. 1811 zur Zeit der Kontinentalsperre gegen die Engländer erbaut, jetztzu Anlagen benutzt (Rest.). Dem gepflasterten Wege weiter nach Ostenfolgend, erreicht man in J /4 St. den Ruppertsburger Kamp , ein keines Erlen-gehölz, mit Erinnerungsstein an die Errettung des Kronprinzen Ernst Augustvon Hannover; 10 Min. weiter inmitten der Dünen eine kleine Wirtschaft(„Meierei“). Noch 1 St. weiter östl. der 1873 erbaute, an 6Üm hohe Leucht-turm mit prächtiger Rundsicht (nur von 10 vorm, bis V2 St. vor Sonnen-untergang zugänglich; Eintrittskarten zu 1 Ji in der Badeinspektion) und