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Nordwest-Deutschland (von der Elbe und der Westgrenze Sachsens an) : Handbuch für Reisende / von K. Baedeker
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MÜNSTER.

Dom.

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dem aus der Geschichte der Stadt, zahlreichen Wappen, Emblemen derGilden, Sinnsprüchen etc.

Neben dem Rathaus, nach der Lambertikirche zu, Prinzipal-markt n° 8 u. 9, die alte Stadtwage von 1615, ein Giebelbau imRenaissancestil, mit säulengetragenem Balkon über dem Eingang,jetzt Hauptwache und Sitz des „Civilklubs“. — Auf der anderenSeite des Rathauses, Prinzipalmarkt 18, Ecke der Klemensstr.,der ehern. Stadtkeller , ein Renaissancebau mit gotischen Remi-niscenzen (1569-71); in demselben die Sammlungen des Kunst-vereins (PI. 16: E4; unten im Flur schellen), mit alten italieni-schen und deutschen Gemälden, n. a. mehrere ans der alten westf.Schule, von Ludger tom Ring (f 1547) u. seinem Sohne Hermanntom Ring (y 1599).

Nun dem Rathaus gegenüber durch die „Michaelisplatz“ ge-nannte Straße nach dem lindenbepflanzten Domplatz. Hiervorn 1. das 1886-89 im deutschen Renaissancestil erbaute Regie-rungsgebäude (PI. 21); diesem gegenüber ein Denkmal des Ministersv. Fürstenberg (f 1810), Bronzestandbild von Fleige (1875). L. dasstattliche got. Rostgebäude, von Raschdorf (1878-80).

Der *Dom(Pl. 7 : E3), die größte Kirche Westfalens und durchedle Verhältnisse ausgezeichnet, wurde an Stelle eines älteren Baues1225 begonnen, 1265 geweiht, aber erst im xiv. Jahrh. ausgebaut;er hat zwei Querschiffe; fünfseitige Altartribuna mit Chorumgang. ln der südl. Vorhalle (Paradies) 13 wertvolle Statuen: Apostel,Heilige, Kaiser und Bischof (nach 1261); Westportal von 1516;aus etwas späterer Zeit der sog. Servatorgiebel am südl. Abschlußdes zweiten Querschiffes.

l>er alte Schmuck des Innern, dessen Wirkung durch neuere bunteBemalung gestört ist, wurde von den Wiedertäufern fast ganz vernichtet.In dem westl. Teil des Mittelschiffs eine Marmorgruppe von Achtei'-mann^eine Pieta (der tote Heiland im Schoß der Jungfrau Maria). Über demsüdl. Portal ein großes Hochrelief von 1G92, das jüngste Gericht. Gegen-über, über dem nördl. Portal, ein Gemälde des xm. Jahrh., Friesenbringen dem h. Paulus Tribut, restauriert. Am nördl. Pfeiler der großeChristoph, am südl. ein Grabmonument von 1G25. — Chorumgano, r.beginnend : Grabdenkmal des Domprobstes F. v. Plettenberg (f 1712), Chri-stus am Ölberg 5 r. Herrn, tom Bing , Kreuzigung und Gang der Frauen zumGrabe. An der Chorwand eine um 1400 verfertigte astronom . Uhr. Hinterdem Hochaltar die Kapelle mit dem Denkmal des kriegerischen BischofsBernhard von Galen (+ 1678). Weiter: Ludgw tom Bing , Auferstehung desLazarus. — Chor. Am Gewölbe Malereien aus roman. Zeit, neuerdings unterder Tünche entdeckt und aufgefrischt. Grabstein der Brüder Droste vonYis<hering y Klemens August (f 1845), Erzbischof von Köln , und : Kaspar Max(f 1846), Bischof von Münster . Grabdenkmal des Bischofs Friedr . Christ .von Plettenberg (+ 1706). Über den Chorstühlen Marmorreliefs von 1720,u. a. »Schlacht Wittekinds gegen Karl d. Gr.,eigentlich die Schlacht Kon-stantins. Sakramentshäuschen von 1536. Auch sonst in der Kirche nochinteressante Grahmäler, Altäre und Bilder. In einer besonderen Kapelle:Achtei'mann , Kreuzabnahme, große Marmorgruppe. — Der Kapitelsaalenthält die schönsten Wandtäfelungen in Deutschland , von Joh. Küpper1544-52 ausgeführt.

Auf dem Domplatz an der Südseite des Domes der 1889 er-richtete schöne Ludgeruslrunnen mit den Sandsteinflguren des

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